Hayling Island - Radtour um Langstone Harbour, Hampshire

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    • Wir wollen einmal im Uhrzeigersinn um Langstone Harbour fahren. Das hat einen triftigen Grund, den wir müssen einmal mit der Fähre fahren und das lieber zu Beginn, nicht das wir zu spät kommen und der Dienst wegen Feierabend eingestellt ist.

      Um ca. 13Uhr kommen wir auf einem Parkplatz auf der Insel Hayling Island an. Leider auf einem mit Park&Display, also einen, wo man Parkgebühr bezahlen muß. Und das im voraus, was der Hauptgrund ist, was mich Park&Display stört. Woher weiß ich, wie lange wir brauchen? Und dann zahl noch zuviel, denn ab 18Uhr ist Parken frei, aber als ich das lese, fällt schon das nächste Pfund in den Schlitz des Automaten. :ohje: Egal, es gibt hier sogar eine öffentliche Toilette, also alles richtig gemacht und wir stehen direkt am Meer.



      Durch das Fluttor im Deich rollen wir nun mit den Rädern auf den Radweg. Nach 1500 Meter wird es Zeit eine Pause für das Mittagessen einzulegen, wir wollen uns ja nicht überanstrengen. Die Coast Guard bietet Fish&Chips an.


      Und da ich seit 1978 keine Fish&Chips mehr auf der Insel gegessen habe, wird es langsam Zeit. 1978 hatte ich die wegen dem Essig im Meer bei Brigthon versenkt. Diesmal bin ich schlauer und bestelle natürlich ohne Essig.

      Einmal ohne Pommes für den Herrn und mit Pommes für die Dame.



      Und das ganze in der „heißen“ Meersbrise. Da kommen mediterrane Gefühle auf in der Sonne.

      Dann aber los, zuerst 4km immer am Strand entlang




      zur Fähre. Und die finden wir auch fast auf Anhieb.


      Obiges Bild zeigt die „Hafenausfahrt“. Und das ist sie, die Fahrradfähre.



      Die Fährräder werden sogar festgebunden, bevor es los geht.

      Der Hafen ist ein Naturhafen. während wir das kurze Stück rüber auf die andere Seite shippern, sehe ich in der Ferne eine Struktur im Wasser liegen, die wie eine Gebäuderuine ausschaut. Ruine ist richtig, Gebäude ist falsch.


      Das Gebilde ist ein Phönix. Ein Phönix ist ein Senkkasten und Teil eines Mulberry Harbour. Für die Invasion in der Normandie 1944 bauten die Alliierten u.a. hier in Langstone Hbr. diese Kästen aus Stahl und Beton, die dann über den Kanal geschleppt wurden um dann zu einer Hafenmole zusammengebaut zu werden. Zwei Häfen wurden gebaut, einen für den amerikanischen Abschnitt in Omaha Beach und einen für den britischen Abschnitt Gold Beach. Ein schwerer Sturm am 19.Juni 1944 vereitelte das Unternehmen beinahe. Der amerikanische Hafen wurde zerstört, die Metallpfähle an denen sich die Senkkästen mit den Gezeiten Auf- und Abbewegen waren noch nicht verankert. Nur der britische Hafen, Mulberry, blieb intakt – Port Winston genannt. Aus 600.000 Tonnen Beton wurden 15 km lange Kaianlagen gebaut, mit allen Zufahrtswegen eine Fläche von 500 Hektar. In den 10 Monaten nach der Landung wurden darüber 2,5 Millionen Soldaten, 500.000 Fahrzeuge und 4 Millionen Tonnen Nachschubgüter transportiert. Die Phönix Senkkästen kann man noch heute bei Arromanches in der Normandie sehen, sie existieren immer noch! Bei der Planung war man davon ausgegangen, dass die Konstruktion nur 3 Monate hält! Einer dieser Phönix Senkkästen hatte einen Riss und sank in Langstone Harbour und dort liegt er noch heute.


      Unsere kurze Überfahrt ist beendet, wir sind in Portsmouth angekommen. Ein Blick zurück zum Anleger auf Hayling Island.



      Ganz billig ist das kurze Vergnügen nicht, £3,50 kostet die Überfahrt pro Radfahrer. Ein Return Ticket ist preiswerter, das ist für £4,80 zu haben. Und schon fährt die Fähre wieder zurück.


      Unser erstes Ziel soll Fort Cumberland werden, ein Fort in Form eines 5 zackigen Sterns. Das ursprüngliche Fort Cumberland wurde vom Duke of Cumberland 1747 in Auftrag gegeben wurde. Das heutige Fort stammt im wesentlich von 1785. 1812 war der Bau aus Ziegelsteinen fertig gestellt. Seit 1975 wird es von der English Heritage verwaltet, die hier ein Center für Archäologie betreiben. Besichtigung nur für Gruppen mit Voranmeldung möglich. Und den Stern sieht man natürlich nur aus der Luft.



      Dumm gelaufen. Auf der anderen Seite liegen die Schiffe mal wieder an Land.



      Wir fahren über den Campus der Uni von Portsmouth im Ortsteil Eastney und stehen dann wieder am Ufer.



      Wir fahren über eine Bootsrampe mit dem Fahrrad ins Meer. ;)


      Der nächste kurze Stopp ist am People's Memorial.




      Wir folgen sklavisch dem Beach, selbst dann, als der Radweg an der A2030 entlang führt bis zur Brücke über den Ports Creek. Hinter der Brücke geht es dann wieder ins Grüne. Wir fahren durch die Farlington Marches und das South Moor. Die Baustellenumleitung ignorieren wir. Wir sind nun auf dem Solent Way. Dank Ebbe ist es ein idyllischer Anblick.











      Die Brücke zurück nach Hayling Island kommt in Sicht. Zuvor müssen wir aber noch eins dieser Gates überwinden, die weniger Radfahrer abhalten sollen, sondern Motorräder.



      Danach verläuft der Weg durch ein Wohngebiet bis zur Betonbrücke Langstone Bridge zurück nach Hayling Island. Die Brücke wurde 1956 gebaut und war 5 Monate früher fertig als geplant! Am Ende der Brücke ist eine Tankstelle und dort kaufen wir unser Eis des Tages, bevor es weiter geht auf den Hayling Billy Trail.


      Ich sehe eine seltsame Konstruktion im Wasser und biegen dorthin nach rechts ab. Über einen Damm kommen wir zu den Resten der einst hölzernen Fußgängerdrehbrücke und späteren Eisenbahnbrücke.


      Vor dem Bau der Brücke 1824 führte hier ein mit Eichenstämmen markierter 0,75 Meilen langer Weg durch das Watt zum Festland. Bei Niedrigwasser ist er immer noch zu sehen. Ein Stück Eiche, welches man am Hayling Island Ende des Weges fand, wurde auf ein Alter von 3000 Jahren datiert. Ein Indiz dafür, wie lange der Weg schon benutzt wird.

      Die alte Holzbrücke wurde auf Stämmen von afrikanischer Eiche (African Oak) hergestellt und hatte ein 40 Fuß langes drehbares Element. Der Portsmouth – London Canal Link erforderte einen tiefen Kanal, durch den der alte Wattweg unterbrochen wurde. 1865 wurde eine Eisenbahn Nebenstrecke gebaut, die zuerst an zwei speziell dafür gebaute Kais am Langstone Harbour endete. Hierüber wurden Waren zum Osborne House auf der Isle of Wight transportiert, der Sommerfrische für Queen Victoria. 1867 wurde die Strecke über die Brücke nach West Town über Hayling auf Hayling Island verlängert. Die 5 Meilen lange Nebenstrecke nannte der Volksmund den Billy Trail. Die Hayling Billies waren die kleinen Lokomotiven, die die Waggons über die Strecke zogen. Wegen der fragilen Holzbrücke konnten nur leichte Lokomotive die Waggons über die Brücke befördern, die Terrier Tank Engines. Die waren für die South London Railway entworfen worden, als eine Strecke durch den Thames Tunnel gebaut wurde. Der Tunnel ist noch heute Teil der London Subway. Im Zuge der Eisenbahnreform von 1963 wurde die Strecke auf Hayling Island geschlossen. Eine von diesen Loks, die zuerst als Museumlok am South Hayling Bahnhof stand, zieht nun wieder Museumszüge auf der Isle of Wight.
      Heute ist der ehemalige Bahndamm ein Radweg.



      Auf diesem Radweg schreit auf einmal Frau B: Schlange.


      Ich sehe die nur später auf dem GOPR0 Aufnahme, denn bis ich stoppe um das Passfoto zu machen, ist die Schlange längst im Gras verschwunden. Dieser Radweg führt an einem kleinen Naturschutzgebiet vorbei.




      Wieder an der Südküste von Hayling Island geht es den gleichen Weg zurück zum Parkplatz. Wie überall an Englands Stränden, stehen auch hier hunderte von diesen Strandhütten.




      Zurück am Parkplatz verschwindet Frau B im Restroom und zieht die Badesachen an. Einmal die Wassertemperatur des Ärmelkanals testen.



      Und das Balancieren auf der Buhne. Sie schafft es tatsächlich sich aus dem Wasser heraus auf den letzten Pfosten zu stellen. In der Ferne fährt die Queen vorbei.


      Auf dem Originalfoto kann ich am Heck Queen Mary entziffern.

      Schöne abwechslungsreiche Tour ohne Steigungen, ohne Sand und nur einem Gate.
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