California Cuisine 2018 - From L.A. to the City of the Bay

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    • malenz schrieb:

      MacClaus schrieb:

      a, ich war alleine unterwegs.
      .... Bei Fastfood kein Thema, aber in nem etwas besseren Restaurant empfand ich es als eher blöd, alleine da rum zu sitzen.Für Dich kein Problem?

      Nun ja, ich schreibe nebenbei Kritiken für OAD und da stört es mich weniger, wenn ich alleine beim essen bin. Störend ist eher, dass es schwieriger ist nur für eine Person einen Tisch zu reservieren. Bei manchen Restaurants wurde diese Option bei der Online-Reservierung geblockt. Das heißt, ich musste altmodisch zum Telefon greifen.
    • California Cuisine 2018 – 2. Tag, Teil 1

      Schlaflos in L.A.
      Der Drink am Abend zuvor hat nicht geholfen, der Jetlag schlägt gnadenlos zu. Ein Blick auf die Uhr, es ist 3.30 Uhr. Die Zeit vertrödeln, in den Fitness-Raum oder vielleicht um den Block joggen? Ich kippe erst mal einen Nespresso in die trockene Kehle und überlege was ich heute ansehen möchte. Vom Vorhaben hinauf zum Hollywood Sign habe ich mich bereits verabschiedet. Der Zeitaufwand ist zu lang, das Parkplatzproblem, und ich müsste in der Dunkelheit absteigen. Dazu fehlt mir glatt die Motivation. Eine kurze Denkpause und dann schnappe ich mir die Kameratasche.






      Millennium Biltmore
      Ich spaziere in aller Ruhe durch das Millennium Biltmore. Das Biltmore ist ein historisches Hotel in Downtown Los Angeles. Kein anderes Gebäude war öfters in Kinofilme zu sehen, unter anderem in Beverly Hills Cop, Chinatown, Daredevil, Ghostbusters, In the Line of Fire, The Fabulous Baker Boys, The Sting, Vertigo und noch viele mehr. Das Biltmore wurde 1923 eröffnet und war damals das größte Hotel westlich von Chicago. Das Architektenbüro Schultze and Weaver, auch verantwortlich für das Waldorf Astoria Hotel, NYC, entwarf das Biltmore im Beaux Arts-Stil. Die Fassade in der Olive Street ist eine der schönsten Beispiele für diesen Architekturstil. Die Inneneinrichtung ist ein Mix aus Renaissance, Barock und Neoklassizismus. Ein Eye Catcher ist der Rendezvous Court mit einer maurischen Balkendecke und spanischen Barocktreppe. Die Treppe führt hinauf zur Galleria. Verschiedene Ballräume, von denen jeder wunderschön gestaltet ist, führen von der Galleria ab. Ich fühle mich wie in einer anderen Zeit.








      WDCH
      Morgendämmerung auf Bunker Hill. Den steilen Hügel habe ich schon gestern erklommen. Heute fühlt der Anstieg gar nicht mehr so schlimm an. Ich stehe vor der Walt Disney Concert Hall und The Broad – Dekonstruktivismus trifft auf Moderne Architektur. Ich habe kein Stativ dabei, aber mit „Lord of Darkness“ und einem lichtstarken Superweitwinkel kann ich die ISO locker erhöhen. Okay, es rauscht ein bisschen und der Dynamikumfang leidet, aber beim skalieren ist davon nur noch wenig zu sehen. Da ich bereits am Abend zuvor da war, kann ich gut die Lichtstimmung vergleichen. Ich bevorzuge die Morgendämmerung. Das Licht ist angenehmer, zudem geht die Sonne auch auf vor der WDCH auf.

      Der Blick auf die WDCH fasziniert mich immer wieder, eine atemberaubende Symphonie aus Stahl. 2003 bekam Los Angeles einen der umstrittensten Konzertsäle Amerikas, aber zugleich ein Bauwerk, dass heute als ein Meisterwerk der Architektur gilt. Paris hat den Eiffelturm, Sydney hat das Opernhaus, und Los Angeles hat die Walt Disney Concert Hall. Die WDCH wurde von dem Architekten Frank Gehry entworfen. Das Gebäude besteht aus Stahlpaneelen, mal glänzend, mal matt. Mit etwas Fantasie erkenne ich eine Blütenknospe oder ein Segelschiff. Auf dem Dach der WDCH befindet sich sich ein wunderschön angelegter Garten. Inmitten des Gartens steht ein rosenförmiger Brunnen aus ca. 8.000 Stück gebrochenem blau-weißen Delfter China Porzellan – Gehrys Hommage an Lillian Disney. Die Witwe von Walt Disney spendete 50 Millionen USD und legte damit den Grundstein zum Bau der Walt Disney Concert Hall.










      Der Konzertsaal mit 2.265 Sitzplätze wirkt dagegen sehr nüchtern, hier musste sich Gehry dem Diktat der Akustiker beugen. Akustik-Designer Yasuhisa Toyota hat aber ganze Arbeit geleistet, klanglich zählt dieser moderne Konzertsaal zu den besten der Welt. Das Design der großen Orgel hinter dem Orchesterpodium ist witzig. Die kreuz und quer aufgestellten Orgelpfeifen sehen aus wie gigantische Fritten, daher auch der Spitzname „French Fries.“ Ein Jubiläum gibt es auch zu feiern – die Los Angeles Philharmoniker spielen ihre 100. Saison.

      The Broad, Teil 1
      Als ich vor 25 Jahren Downtown Los Angeles zum ersten Mal besucht habe, war es noch ein berüchtigtes Viertel. Seitdem hat der Handel mit Kunst das Stadtbild positiv verändert – unzählige Galerien wurden eröffnet und Künstler aus New York City und Europa haben sich mittlerweile hier niedergelassen. Der Wandel zu einer Kunstmetropole ist nirgends so deutlich sichtbar wie in Los Angeles.

      Die britische Tageszeitung Independent schrieb einst: „In L.A. bist du nur so groß wie der Wert deiner Sammlung.“ Das gilt insbesondere für Milliardär und Kunstsammler Eli Broad. Sein Kunstmuseum The Broad wurde vom New Yorker Architektenbüro Diller Scofidio + Renfro entworfen und im September 2015 eröffnet. Das Konzept des Museums nennt sich „The Veil and the Vault.“ Es besteht aus einer 3.250 m² großen Ausstellungsfläche und einem Tresor (The Vault). Das Museum ist von allen fünf Seiten, das Dach eingeschlossen, von einem Schleier (The Veil) umgeben. Das wabenartige Gebilde aus glasfaserarmiertem Weißbeton ist auf einem Stahlgerüst montiert, das sich über die Galerie erstreckt und gefiltertes Tageslicht ermöglicht. Wegen seiner durchbrochenen Fassade wird das Museum auch „Cheese Grater“ (Käsereibe) genannt. Anstatt den Tresor vor Besuchern zu verstecken, ist der fast undurchsichtige Tresor immer im Blickfeld, und schwebt in der Mitte des quadratischen Gebäudes. Der Tresor beherbergt einen Lagerraum für die Kunstobjekte, Büroräume, sowie einen Vortragssaal. Auf der Plaza vor dem Museum steht eine Reihe von über 100 Jahre alten Olivenbäume. Mit diesem Museum hat sich Eli Broad seinen Platz in der Kunstszene gesichert.










      High School #9
      Direkt gegenüber der Cathedral of Our Lady of the Angels befindet sich die Ramon C. Cortines School of Visual and Performing Arts, bekannt auch als Grand Arts High School #9. Entworfen wurde das Gebäude von Coop Himmelb(l)au. Jenes Architektenbüro das auch die BMW-Welt in München entworfen hat. Das Gelände ist für Besucher nicht zugänglich, daher sind die Bildgestaltungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Die besten Fotospots sind an der N Hill St oder N Grand Ave, direkt über dem Santa Ana Freeway. Ich komme gerade zur 7 Uhr Messe in der Kathedrale. Die moderne Architektur mit klaren Kanten gefällt mir.










      Nach dem ersten Spaziergang gehe ins Blue Bottle. Das Avocado Toast ist lecker. Der Cappuccino ist vorzüglich und schmeckt nicht so geschmacklos wie von Starbucks & Co. Nach diesem Wachmacher schlendere ich noch durch den Grand Central Market. Von den Essendüften wird mir schlecht, dass ich diese Fress-Location gleich wieder verlasse. Sehenswert ist das Neon-Kunstwerk „Bulleit“ von Lisa Schulte und Brendan Donnelly.







      ...to be continued
    • Tolle Fotos :!!
      Als großer Disney Fan war ich noch nie bei der Concert hall - muss ich irgendwann mal ändern.

      MacClaus schrieb:

      Von den Essendüften wird mir schlecht, dass ich diese Fress-Location gleich wieder verlasse.
      Echt jetzt? Da gibts richtig gutes authentisches Essen ;;NiCKi;: ich hatte da mal wunderbares Pulled Pork :!!
      sportlich entspannte Grüsse

      Markus

      DA-Kalender 2019

    • California Cuisine 2018 – 2. Tag, Teil 2

      Eloy Torrez' mittlerweile 33 Jahre altes, 21 m hohes Mural des Schauspielers Anthony Quinn ist eine Ikone in DTLA. Im Laufe der Jahre wurde es mit Graffiti verunstaltet und durch die Sonneneinstrahlung und Smog ist die Farbe abgeplatzt und verblasst. José Huizar, Stadtrat von Los Angeles, sammelte $150.000 für das Restaurierungsprojekt. Anfang 2017 wurde die Restaurierung vollendet.




      Bradbury Building
      Gegenüber dem Grand Central Market befindet sich das Bradbury Building. Das äußerlich unscheinbare Ziegelgebäude aus dem Jahr 1893 gehört zu den schönsten historischen Bauten in Los Angeles. Wie oft bin ich hier schon gewesen. Ist es jetzt das dritte oder schon das vierte Mal? Der schmale Eingangsbereich öffnet sich zu einem kathedralenartig lichtdurchflutenden Innenhof. Der Innenbereich ist mit Ziegeln, Terrakotta, Marmor und Holz verkleidet. Eine Augenweide sind die geometrisch angeordneten Treppen und schmiedeeiserne Geländer der fünf Etagen. Ich denke natürlich sofort an dem Science-Fiction-Film „Blade Runner.“ Der Filmklassiker von Regisseur Ridley Scott wurde an verschiedenen Locations in Los Angeles gedreht, unter anderem im Bradbury Building, Ennis House und Union Station. Auf Grund der engen Räumlichkeiten schwierig zu fotografieren, zu dem man nur die Treppe bis zum ersten Stock hinaufgehen darf.












      The Broad, Teil 2
      Eine halbe Stunde vor Öffnung bin ich wieder am The Broad. Kurz vor 11 Uhr hat sich bereits eine lange Schlange gebildet. Es hat sich gelohnt, früher da zu sein. Das LACMA hat(te) seinen Rain Room, das Broad hat seinen Mirror Room. „The Souls of Millions of Light Years Away” gestaltet von der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, ist eine der Highlights im Museum. Der Raum wird von unzähligen LEDs beleuchtet, und von oben, unten und seitlich positionierten Spiegeln ergibt sich ein Gefühl, dass würde man sich in einem Meer aus Sternen befinden. Der Besuch ist kostenlos, aber nur zugänglich mit einem Ticket. Das Ticket gibt es nur auf „First Come, First Served“ am iPad-Kiosk in der Lobby und diese sind meist nach ein, zwei Stunden vergeben. Mit diesen heiß begehrten Tickets werden die Besucherströme gesteuert, denn jeder Besucher darf diesen Raum nur 45 Sekunden betreten. Ja, richtig gelesen, nur 45 Sekunden! Ich bin darauf vorbereitet und habe die Serienbelichtung an der Kamera aktiviert. Da sich die Beleuchtung sekündlich ändert, die beste Variante um knackscharfe Bilder zu bekommen. Fantastisch, und kein Foto kann dieses Erlebnis wiedergeben.



      Anschließend fahre ich mit dem Aufzug zur Galerie in den zweiten Stock. Die Variante mit dem Aufzug in der Elbphilharmonie gefällt mir aber besser. Die Exponate von Jeff Koons sind provozierend, mir gefallen sie. Am besten gefällt mir aber das 25 m lange Kunstwerk „In the Land of the Dead, Stepping on the Tail of a Rainbow“ von Takashi Murakami. Phänomenal.










      Bücher
      Auf dem Rückweg zum Hotel komme ich an einem Buchladen vorbei. Nicht an irgendeinem, sondern am The Last Bookstore. Die Gestaltung ist herrlich seltsam – Bücher die scheinbar wahllos aus den Regalen hängen, ein Tunnel aus Büchern, ein begehbarer Safe mit Horror-Romanen und versteckte Nebenräume mit freistehenden Skulpturen. Selbst wer ein Lesemuffel ist, der Besuch in diesem urigen Laden lohnt sich. Ob der Spruch auf der Homepage ein Hinweis ist? „What are you waiting for? We won’t be here forever.“ Der größte Buchladen in Kalifornien ist aber verhältnismäßig klein im Vergleich zu Powell’s Book in Portland, OR. Powell’s Book ist vier Mal so groß und der größte Buchladen in Amerika. Über die Parkanlage Pershing Square laufe ich zurück zum Hotel. Ich lege noch ein Päuschen im Pitchoun! ein. Es gibt zum Lunch ein Pan Bagnat (Tuna • Tomatoes • Hard-Boiled Egg • Olives Niçoises • Radishes • Bell Peppers • Celery, Green Onions • Anchovies • Classic Vinaigrette • Pan Bagnat Bread) und ein Raspberry Tart. Lecker.
      Fototipp: Die Metro-Station Pershing Square mit ihrer Neon-Beleuchtung ist nachts eine tolle Foto-Location. Die Station Hollywood/Highland ist sogar noch fotogener, die schönste Metro-Station in Los Angeles.










      Griffith Observatory
      Seitdem ich Los Angeles besuche, steht das Griffith Observatory auf meiner To-Do-Liste. Immer wieder habe ich den Besuch aufgeschoben, beim 8. Anlauf klappt es endlich. Gewarnt vor dem Andrang bin ich rechtzeitig dort und ergattere sogar einen Parkplatz direkt am Trailhead. Die 24 $ Parkgebühr für vier Stunden ist aber Abzocke. Ich wandere zuerst hinauf zum Hollywood Summit und anschließend über dem Hollywood Trail zu einer Stelle, wo ich das Griffith Observatory und die Skyline am besten im Blick habe. Ungläubig blicke ich auf einen fast smogfreien Himmel. April und Oktober sind normalerweise die besten Monate um einen klaren Himmel zu sehen, aber was ist schon normal in Los Angeles. Es ist eine unbeschreibliche Aussicht auf das Lichtermeer der Stadt.






      Das Biest
      Wo gibt es ein Restaurant in Los Angeles, wo ich spätabends noch gut essen kann? Eine dieser Hot Spots ist das BESTIA im Arts District. Seit der Eröffnung 2012 gehört das italienische Restaurant zu den meist besuchten Restaurants in Los Angeles. Kurzfristige Reservierungen sind schwierig, selbst Prominenz wird abgewiesen, wenn der Laden voll ist. Mitinhaberin Genevieve Gergis sagt: „All customers are the same to us, it doesn’t matter if you have money, if you’re on TV or whatever.” Gott sei Dank habe ich noch einen Tisch um 21.00 Uhr ergattert.


      Ich habe keine Lust mehr mit dem eigenen Auto zufahren und Uber bringt mich dorthin. Das Restaurant befindet sich in einem umgebauten Lagerhaus. In riesengroßen Buchstaben steht der Name auf der braunen Wellblechfassade. Vor dem Eingang hat sich eine Schlange gebildet und wartet auf Einlass. Durch einen kleinen Innenhof gelange ich den großen Speisesaal. Im ersten Moment erschrecke ich von der extrem hohen Geräuschkulisse, die Ohropax können zwar in der Tasche bleiben, aber für eine verständliche Unterhaltung braucht man einen Lautsprecher. Die Einrichtung im urbanen Industriedesign gefällt mir, vom Sitzplatz blicke ich direkt in die offene Küche. Die Speisekarte muss ich nicht weiter lesen, diese habe ich schon online studiert. Das Bestia wird für seine Charcuterie gelobt, aber die Platte gibt es erst ab zwei Personen und um diese späte Uhrzeit liegt das schwer im Magen. Ich bestelle stattdessen drei Vorspeisen, eine Pasta und ein Dessert.

      Ich starte mit einem kleinen Hummer-Snack. Der nussige Geschmack des Hummers vermischt sich mit feinen Röstaromen. Der Toast ist nicht verbrannt, sondern ist mir „Tinte“ bestrichen. Ein feiner Auftakt. Es folgt Signature-Gericht im Bestia – Markknochen mit Spinat-Gnocchetti, knusprige Semmelbrösel und Balsamico. Zuerst verteile ich das Mark unter die Gnocchetti. Wow, was ist das für ein intensiver Geschmack, dazu gibt es noch einen Salat. Die Pasta ist ebenfalls sehr lecker. Der Duft des schwarzen Trüffel vermischt sich mit einer milden Käsesoße. Sehr geschmackvoll und sättigend. Das Schoko-Dessert Bar au Chocolat Bittersweet Chocolate Budino (Salted Caramel • Cacao Crust • Olive Oil • Sea Salt) ist dann ein feiner Abschluss.





      Wer bodenständige Küche liebt, wird sich hier wohlfühlen. Thumbs up, aber das Bestia ist kein günstiger Italiener. Ich hatte vorab noch einen Cocktail.... am Ende war die KK um $150 leerer.

      BESTIA
      Speisen: 7,5
      Service: 7,5
      Ambiente: 7

      Zurück im Hotel mache ich noch ein Backup von den Fotos. Nach zwei Tagen sind bereits 17 GB gespeichert. Wenn das weitergeht, wird sich die Festplatte füllen....


      Ich mache jetzt erst mal Pause... am Wochenende gehts weiter!
    • MacClaus schrieb:

      Nach zwei Tagen sind bereits 17 GB
      Natürlich nur als jpg Daten :EEK:

      MacClaus schrieb:

      Gegenüber dem Grand Central Market befindet sich das Bradbury Building.
      DAS gefällt auch mir :!! :!!

      Dein Abendessen ist ja ganz ok. Und da der Cocktail sicher bereits einen Hunderter gekostet hat, gar nicht mal teuer :gg: ;)
      Alf

      Leave nothing but footprints
      take nothing but Pictures
      kill nothing but time
    • MacClaus schrieb:

      denn jeder Besucher darf diesen Raum nur 45 Sekunden betreten. Ja, richtig gelesen, nur 45 Sekunden! Ich bin darauf vorbereitet und habe die Serienbelichtung an der Kamera aktiviert
      :EEK: wie wird das gehandelt?

      MacClaus schrieb:

      Am besten gefällt mir aber das 25 m lange Kunstwerk „In the Land of the Dead, Stepping on the Tail of a Rainbow“ von Takashi Murakami. Phänomenal.
      ist das hinter den bunten Dingern? Das Museum würde mir auch gefallen

      MacClaus schrieb:

      am The Last Bookstore.
      ziemlich abgefahren - noch nie von gehört, oder wieder vergessen

      MacClaus schrieb:

      Ich wandere zuerst hinauf zum Hollywood Summit und anschließend über dem Hollywood Trail zu einer Stelle, wo ich das Griffith Observatory und die Skyline am besten im Blick habe.
      Stimmt, von dort hat man einen super Blick - wie war die Parkplatzsituation?

      MacClaus schrieb:

      Wer bodenständige Küche liebt, wird sich hier wohlfühlen.
      ;haha_ sorry, Dein Bericht gfällt mir, Deine Bilder sind Klasse, aber beim Essen kommen wir so gar nicht zusammen ;te: . Bei uns gabs gestern Grünkohleintopf mit gekochten Mettwürsten - das würde ich als Bodenständig bezeichnen :gg:
      sportlich entspannte Grüsse

      Markus

      DA-Kalender 2019

    • MacClaus schrieb:

      Wer bodenständige Küche liebt, wird sich hier wohlfühlen.
      Bodenständig ist gut ;haha_ Wir hatten heute Apfel-Zwiebel-Sauerkraut mit Speck und Kartoffeln, das ist dann wohl eher Arme-Leute-Essen ;;NiCKi;: War trotzdem lecker :D
      Tolle Eindrücke von LA vermittelst Du uns - Das gefällt mir sehr gut :!! :clab:

      Liebe Grüsse, Moni
    • @malenz

      1. Procedere im Mirror Room.... die Tür wird geöffnet und man tritt auf eine Plattform, darunter, seitlich und an der Decke befinden sich Spiegel. Die Türe wird geschlossen und man hat 45 Sek in dem dunklen Raum. Nach 45 Sek wird die Tür wieder geöffnet.... der nächste.... die nächste usw.



      Der Mirror Room ist die einzig verbliebene Ausstellung der Künstlerin.

      2. Die Parkplatzsituation war unter der Woche erträglich. Ich würde sagen zu 90% voll.
    • [size=18pt]3. Tag, Teil 1

      Der Jetlag ist gnädig, er lässt mich eine Stunde länger schlafen. Ich hole mir einen Kaffee als Muntermacher und schnuppere die frische Morgenluft in den leeren Straßen von DTLA. Das erste Bild ist die Aussicht aus dem Zimmer (65. Etage), Blick auf den AON Center... die anderen sind aus der Lobby im 70. Stockwerk.



      In der Mitte der 777 Tower






      Eingang zum InterContinental DTLA


      Bar in der Lobby




      Arts District
      Los Angeles ist die Welthauptstadt der modernen Wandmalerei. Seit den 1960er Jahren gehören die Straßenkünstler von Los Angeles zu den Pionieren dieser Kunstform. Tausende von Murals von klassisch bis modern verteilen sich in der Stadt. Nach einem elfjährigen Verbot ist es seit 2013 unter Auflagen wieder erlaubt Murals legal anzubringen. Die größte Ansammlung findet man im Arts District am östlichen Stadtrand von DTLA.

      Der Anblick während der Fahrt auf der 6th St zum Arts District ist erschütternd. Hier leben Hunderte von Obdachlosen auf der Straße, über mehrere Blocks reiht sich ein Zelt an das andere. Wer hier nachts entlang läuft, ist lebensmüde. Am Parkplatz komme ich mit einem Detective ins Gespräch. Sie erzählt mir, dass dieser Abschnitt der 6th die schlimmste und gefährlichste Straße in dieser Umgebung sei und warnt mich dort anzuhalten. Ich gehe jetzt erstmal im Urth Caffé frühstücke. Es ist das Szene-Café im Arts District und ich reihe mich geduldig in die Warteschlange ein. Der Honey Vanilla Latté ist gut, das Mexican Omelett okay. Die hausgemachten Kuchen schauen einladend aus, aber Lust auf süßes habe ich noch nicht.





      Ich hole die Kamera heraus und schaue auf meine Mural-Karte. Ob nun mit Pinsel oder Spraydose gemalt, ich bin ein großer Fan von Wandmalerei. Im Zickzackkurs geht es entlang der Colyton, East 2nd, East 3rd, S Garey, S Hewitt St, Traction Ave und East 4th Place. Manche Murals gefallen mir, manche finde ich kitschig. Das eine oder andere Mural ist nicht mehr aufzufinden, andere neu hinzugekommen. Nur schade, dass viele Murals zugeparkt sind oder sich auf privaten Gelände befinden. Hübsch anzusehen sind Colette Miller’s „Angel Wings“, aber nur wenn man sich davor fotografieren lässt. Ich weiß nicht genau, wie viele es davon in Los Angeles gibt, aber über ein Dutzend dürften es sein. Sehr sehenswert sind die großformatigen Tiere des belgische Künstler ROA, darunter ein Bär, Skelett, Dachs und Opossum. Erst danach bemerke ich, dass ich versehentlich mit dem Drehrad von RAW auf JPEG gewechselt bin. Ärgerlich, aber kein Drama. Viel schlimmer wäre es, wenn ich mit dieser Einstellung in der Nacht fotografiert hätte. Die Out-of-Cam-JPEGs sind so gut, dass ich außer Objektivkorrektur kaum etwas korrigieren muss.














      ...und noch ein paar von über 80 Murals, die ich dort fotografiert habe.





















      Der Arts District ist eine der angesagtesten Viertel in Los Angeles. Hier hat sich das Craft-Bier-Zentrum von Los Angeles entwickelt. Sieben Brauereien haben sich mittlerweile in DTLA niedergelassen. Die Schönste ist die Angel City Brewery. Die Brauerei befindet sich in einem über 100 Jahre alten Ziegelgebäude. Leider öffnet der Taproom erst um 16 Uhr. Anstatt ein kühles Bier gibt es eine Ice Cream. Salt & Straw kommt ursprünglich aus Portland in Oregon und ist bekannt für schräge Aromen. Olive & Ziegenkäse muss es nicht sein, ich probiere Coffee & Bourbon und Roasted Strawberry Coconut. Das Eis schmeckt sehr lecker, dafür lasse ich jedes Ben & Jerry’s stehen. Außer in Portland und Los Angeles gibt es Salt & Straw noch in San Diego, San Francisco und Seattle. Los Angeles ist auch ein Paradies für Liebhaber von Street Food. Es nicht Bangkok, aber für amerikanische Verhältnisse ein unglaublich vielseitiges Angebot.




      Eigentlich wollte ich noch einmal das Sixth Street Viaduct aka 6th Street Bridge fotografieren. Von hier aus hat man eine fantastische Aussicht auf die Skyline von Los Angeles. Die Brücke aus dem Jahr 1932, Drehort unzähliger Kinofilme und Musikvideos, ist aber nun Geschichte. Die marode Brücke wurde 2016 abgerissen und wird bis Ende 2020 durch eine moderne Brückenkonstruktion ersetzt werden. Auch wenn Los Angeles eine historische Ikone verliert, „The Ribbon of Light“ wird eine neue Sehenswürdigkeit. Sehenswerte Brücken gibt es in Los Angeles eigentlich keine, außer die Shakespeare Bridge in den Franklin Hills. Die im Gotik-Stil errichtete Brücke stammt aus dem Jahr 1929.

      PDC
      Am westlichen Ende der Melrose Ave befindet sich das vom argentinischen Architekten Cesar Pelli entworfene Pacific Design Center. Mit über 300 Showrooms ist es das größte Zentrum für Interieur-Design an der Westküste. Der Campus besteht aus drei Gebäuden, die in drei Bauabschnitten zwischen 1977 und 2012 errichtet wurden. Das erste Gebäude ist das Center Blue, das aufgrund seiner enormen Größe den Spitznamen „Blue Whale“ bekommen hat. 1988 wurde das Center Green errichtet und 2012 das Center Red. Die knalligen Farben sind tagsüber eine tolle Foto-Location und erst recht nachts. Aus dem fotografischen Blickwinkel gefällt mir das Center Red am schönsten. Die spitzen Formen erinnern mich an einem riesigen Ozeandampfer. Ebenfalls sehenswert ist die Blue Lobby, noch fotogener finde ich die Rolltreppen im Center Green. Die geschwungene Linien sehen abstrakt aus. Zudem ist jede der sechs Etagen mit Lichtbändern versehen. Bei besonderen Veranstaltungen werden die Lichtbänder entsprechend beleuchtet, zum Beispiel in Regenbogenfarben während LGBT-Events. Irgendwie logisch, das PDC liegt im Zentrum der LGBT-Community von Los Angeles.

      Rolltreppen



      Ich komme an der Magnolia Bakery vorbei. Es ist Zeit für Kaffee und Kuchen. Der Banana Creme Pie ist ein Gedicht. Locker cremig, aber einen Tick zu süß. Die Torten in der Auslage sind ein Eye-Catcher. Amerikaner lieben so etwas. Das Bild schaut aus wie eine Pflanze, ist aber eine Torte.




      I Am Googie
      Als ich mein Interesse für Moderne Architektur entdeckte, beschäftigte ich mich natürlich mit Googie. Googie (ausgesprochen GOO-jee) ist ein Architekturstil, der seinen Ursprung in Südkalifornien hat und in den 1950er und 1960er Jahren in Amerika sehr beliebt war. Googies Wurzeln liegen in der Streamline Moderne Architektur der 1930er Jahre. Der Name stammt von dem Architekten John Lautner. Er eröffnete 1949 einen Coffee Shop mit dem Namen Googie’s am Sunset Blvd. Eines Tages hielt der Architekturkritiker Douglas Haskell davor und sagte: „This is Googie Architecture.“ Ein Artikel im Magazin „House and Home“ brachte dann den Stein ins rollen. Viele Restaurants, Coffee Shops, Motels, Tankstellen, Autowaschanlagen und Drive-Ins wurden in den 1950er und 1960er Jahren in diesem Stil gebaut.

      Norms



      Googie, beeinflusst vom Weltraum- und Atomzeitalter, ist eine Mischung aus Modernismus, amerikanischer Autokultur und Space-Age-Futurismus. Googies haben geometrische oder abstrakte Formen, Zickzack-Dachlinien, geschwungene nach oben geneigte Dächer, Formen von fliegenden Untertassen, Bumerangs oder Strahlenkränze. Nicht nur in Kalifornien, sondern auch in Texas, Florida, Nevada und New Jersey verbreitete sich dieser Architekturstil. Im Las Vegas der 1950er Jahre standen unzählige Googie-Gebäude, das bekannteste Überbleibsel ist das „Welcome to Fabulous Las Vegas“ Schild.

      Bekannte Googies außerhalb Kalifornien: Die Space Needle in Seattle, der Skylon Tower in Niagara Falls, das TWA Flight Center in NYC oder der Washington Dulles International Airport. Sehenswerte Googies in Los Angeles gibt es nur noch wenige zu sehen. Meine Faves sind Bob’s Big Boy, Chips, Downey McDonalds, Driftwood Dairy, Mel’s, Norms, Pann’s, Theme Building, Union 76. Auch wenn die Googie-Architektur mittlerweile in Vergessenheit geraten ist, in vielen Motels, Cafés und Diner ist sie immer noch gegenwärtig.

      ...to be continued
    • malenz schrieb:

      das würde ich als Bodenständig bezeichne
      Sehr bodenständig. Hmmmm, lecker. :MAHLZ:

      Ist der Arts District denn nun gefährlich oder nicht? Die Murals sind fantastisch, ich weiß nur nicht, ob man da sicheren Fußes hinkommt.
      Viele Grüße

      Dirk
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