Colorado Rafting

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    • Ich habe vor Jahren mal eine Tour von Moab bis Hite gemacht, also auf dem Colorado nördlich des Lake Powell. Die Tour dauerte 4 Tage (3 ÜN) und wir passierten dabei die Cataract Canyon Rapids, die wohl die "schwierigsten" auf dem Colorado sind. Einen Tag vorher sind dort ein paar Leute ertrunken, die allerdings mit einem "normalen" Motorboot unterwegs waren, das es in den Stromschnellen zerlegt hat. 2 hatten Schwimmwesten an und überlebten, die anderen beiden hatten keine an - das war's.

      Ich hätte auch gerne mal die Tour durch den Grand Canyon gemacht, aber es waren mir damals zu viele Tage, denn ich hatte ein gemietetes Wohnmobil, dass während meiner Tour ungenutzt auf dem Campground in Moab rumstand - zahlen musste ich natürlich trotzdem für die Tage. :MG:

      Aber man muss wohl die Grand Canyon Tour auch deutlich früher buchen, weil sie schneller ausgebucht ist.

      Was mir auch nicht gefiel, dass einige Touren an der Phantom Ranch endeten, und man dann mit seinem Gepäck aus dem Canyon nach oben zum Rim wandern musste. Kein so reizvoller Abschluss der Tour. X(
      Gruß aus München

      Rainer

    • @WeiZen: Du wolltest einen Blick in das hunderttausend Sterne Hotel werfen. Bitteschön:



      Nach dem Anlanden am Nachmittag bilden alle Teilnehmer eine Menschenkette. So dauert das Entladen des Rafts nur wenige Minuten. Dann schnappt man sich seinen Kanusack (wasserdicht, vom Veranstalter gestellt) und sucht sich einen schönen Lagerplatz. Es gibt für alle Teilnehmer ausreichend viele Zelte, doch habe ich nicht ein einziges Mal gesehen, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, eines aufzubauen. Im Juni ist das auch nicht nötig. Es regnet nur äußerst selten und schon ein leichter Schlafsack (ebenfalls vom Veranstalter, frisch gewaschen) wärmt genug. Damit man nicht auf dem Boden schlafen muss, gibt es Feldbetten mit Aluminiumgestell, die man in 5 Minuten aufgebaut hat. Im Kanusack befindet sich außer dem Schlafsack noch eine Plane, die ganz nützlich ist, um alles etwas sauberer zu halten. Weiterhin hat jeder seinen eigenen Plastikteller und sein eigenes Besteck, das man nach dem Essen selber spült. Als Trinkgefäß gibt es eine kleine Thermosflasche, die man nach der Tour als Geschenk mitnehmen darf.

      Nach dem Einrichten des Lagers ist es Zeit für einen kleinen Sundowner, oder auch zwei :-) Wenn das Muschelhorn ertönt, ist das Dinner fertig. Danach sitzt man meist noch zusammen und unterhält sich. Manchmal machen die Guides auch Musik. Trotzdem gehen eigentlich alle ziemlich früh schlafen. Aber es wartet ja auch noch die grandiose Show des Sternenhimmels. Ich habe dabei meist noch etwas klassische Musik gehört, Sternschnuppen gezählt und über das Erlebte des Tages nachgedacht. Und irgendwann kommt dann Mr. Sandman :-)

      Viele Grüße

      Peter
      Peter Felix Schäfer: Wandern im Südwesten der USA, 2. Auflage, Books on Demand, Norderstedt 2016 (canyonwandern.de)
      Reisebilder aus aller Welt: hike-wild.de
    • Jeden Morgen gibt es auf demRaft als erstes ein Briefing, so dass man weiß, was auf einen zukommt. Aber auch im Laufe des Tages gibt es immer wieder interessante Informationen zu Geologie, Natur und Geschichte des Grand Canyon. Die Guides kennen “ihren” Canyon und jede Stromschnelle wird rechtzeitig angesagt, noch bevor man sie hört oder sieht. Dann wird es Zeit, die Kamera wegzupacken und ganz vorne Platz zu nehmen. Wie man auf den Bildern sieht, trägt jeder eine Rettungsweste. Das ist nicht nur zwingend vorgeschrieben, sondern auch überlebenswichtig. Rainer hatte schon darauf hingewiesen. Man hält sich an den quer verlaufenden Seilen fest, mit einer Hand vorne, mit einer hinten.






      Auf den 187 Meilen zwischen Lee’s Ferry und der Bar 10 Ranch gibt es insgesamt 82 Stromschnellen. Eine schöne Zusammenstellung gibt es bei Wikipedia. Viele dieser Rapids sind auch für Neulinge schon ab dem zweiten Tag nicht mehr wirklich aufregend. Großen Spaß machen aber auch die! Es gibt aber auch einige, die einen mächtigen Adrenalinkick geben. Dazu gehören bei Meile 77,1 die Hance Rapid, bei Meile 98,2 die Crystal Rapid und … aber darüber mehr beim nächsten und letzten Beitrag zu diesem Thema.

      Beste Grüße

      Peter
      Peter Felix Schäfer: Wandern im Südwesten der USA, 2. Auflage, Books on Demand, Norderstedt 2016 (canyonwandern.de)
      Reisebilder aus aller Welt: hike-wild.de
    • Am Nachmittag des sechsten Tages kommen wir in die Nähe des bekannten Toroweap Overlook und sehen zum ersten Mal auf diesem Trip Lava. An einem großen Felsen mitten im Strombett wird kurz angelegt. Die Tradition will es, dass dieser Lavaklotz geküsst wird. Das soll gutes Gelingen bei der Durchfahrt der Lava Falls Rapids bringen. Kurz danach gehen wir an Land, um uns die Stromschnellen vom Ufer aus anzusehen. Ängstliche Naturen können hier schon mal bleich werden. Spätestens jetzt ist jedem klar, dass uns der wildeste Ritt im Grand Canyon bevorsteht.

















      Der Guide drängt zum Aufbruch: “We can make it!” Wir gehen also wieder an Bord, verstauen alles Gepäck in wasserdichten Daybags und sichern diese mit Karabinern. Ich setze mich wie immer in die erste Reihe, denn den ultimativen “white water thrill” will ich mir keineswegs entgehen lassen. Die Bänder der Rettungsweste werden noch einmal straff gezogen. Die Brille ist mit Tape hinter den Ohren festgeklebt. Und dann geht es auch schon los. Das Donnern des Wassers wird immer lauter, die ersten weißen Schaumkronen sind zu sehen und das Raft beginnt sich zu heben und zu senken. Doch dann stockt mir der Atem: Was da wenige Meter vor uns zu sehen ist, ist keine normale Welle, sondern ein wahres Monster. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, sich ganz vorne auf einen der Schläuche zu setzen? Für diese Situation war die Anweisung des Guide: “Suck rubber!” Wer den Oberkörper nicht beugt, kann u. U. trotz aller Bemühungen dem Wasserdruck nicht standhalten und wird vom Wasser weggetragen. Das sollte man unter allen Umständen vermeiden. Die erste der zehn Sicherheitsregeln heißt: Stay on the raft! Die Regeln 2 bis 9 heißen genauso. Dann schlagen die Wellen über mir zusammen. Ich spüre, dass ich nicht mehr auf dem Schlauch sitze und zwischen mir und dem Raft jede Menge Wasser ist. An den Seilen ziehe ich mich runter. Dann tauchen wir wieder auf. Ich nehme den Kopf hoch, um mir das wilde Chaos anzusehen. Das war nicht wirklich schlau. Die nächste Welle trifft mich völlig überraschend von der Seite. Damit habe ich nicht gerechnet. Nur mit äußerster Kraft gelingt es mir, ihr stand zu halten. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass es meinen Nachbarn nicht anders geht. Nun sind wir in einem richtigen Hexenkessel. Das Wasser scheint zu kochen, obwohl es doch eigentlich eiskalt ist. Nur gut, dass unser Guide nicht zum ersten Mal hier durchfährt. Nach einigen Minuten beruhigt sich die Situation. Ich sehe mich um, es sind noch alle an Bord. Die Lava Falls haben kollektiv zu einem gewaltigen Adrenalinausstoß geführt. Die Stimmung ist über alle Maßen euphorisch. Kein anderes Wort würde es besser beschreiben. “Well done!” ruft der Captain von hinten. Na ja.

      Damit ist unsere kleine Bilderreise durch den Grand Canyon beendet. Wer Interesse an der Tour gewonnen hat, findet auf der Webseite von Western River Expeditions viele weitere Informationen, kann mich bei Fragen aber auch gerne per E-Mail kontaktieren.

      Beste Grüße

      Peter
      Peter Felix Schäfer: Wandern im Südwesten der USA, 2. Auflage, Books on Demand, Norderstedt 2016 (canyonwandern.de)
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    • Sieht auf dem letzten Bild zu harmlos aus.

      Campfire schrieb:

      Die Brille ist mit Tape hinter den Ohren festgeklebt.
      Und hat sie gehalten? ich hätte sie ganz sicher nicht aufgelassen.

      Campfire schrieb:

      Vielleicht war es doch keine so gute Idee, sich ganz vorne auf einen der Schläuche zu setzen?
      Ganz sicher nicht. Und ganz sicher werde ich da nie sitzen. Nur hinten.
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