Impressionen aus Hamburg

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Impressionen aus Hamburg



      Nach der Kältewelle Ende Februar mit Temperaturen von teils unter -15 Grad, ist es rechtzeitig wärmer geworden. Hamburg ist immer wieder eine Reise wert, egal zu welcher Jahreszeit. Ich verbinde einen viertägigen Aufenthalt mit Architekturfotografie. Mit dem 8.20 Uhr Flieger geht es von Nürnberg nach Hamburg. Für Architekturliebhaber ist die Hansestadt ein Schatzkästchen. Eines meiner Lieblingsmotive ist natürlich die Elbphilharmonie. Sehr fotogen finde ich auch das Rathaus, die Speicherstadt, den alten Elbtunnel, Waltershofer Damm, Marco-Polo-Tower und noch einige andere Locations.

      P.S. Alle Bilder sind mit dem iPhone und Nikon D850 fotografiert.



    • Vom Flughafen direkt zum Izakaya unweit der Katherinenkirche. Das japanische Bar-Restaurant im Hotel Sir Nikolai, am Ufer des Nikolaifleets, wurde im Frühjahr 2017 eröffnet. Izakaya heißt übersetzt Kneipe. Der Name ist jedenfalls cooles Understatement und passt so gar nicht zur edlen Einrichtung: Kupfertische, Perserteppiche, Antiquitäten, verspiegelter Kamin usw. Beim Service bleibt nichts dem Zufall überlassen, jede Geste ist einstudiert, jeder Handgriff sitzt. Durch die offene Küche kann man Küchenchef Ben Provis und seine Köche bei der Zubereitung der Speisen beobachten. In der Mitte befindet sich ein traditioneller Robata-Grill. Das Izakaya steht für eine moderne Fusionsküche – Japan trifft Südamerika.








      Das Yellow Tail Sashimi wird mit kleinen dünnen Chili-Scheiben und peruanischer Huacaina Sauce serviert (7/10). Echtes Wasabi mitsamt einer japanischen Reibe gibt es auf Nachfrage. Der Babytintenfisch ist butterzart, nur die Zubereitung ist nicht besonders kreativ. Brokkoli, Spargel und Pilze vermischt zu einem belanglosen Gang (5,5/10). Der Wolfsbarsch ist dagegen sehr gut. Der Fisch hat eine sehr gute Qualität und harmoniert köstlich mit der Vinaigrette (7,5/10). Das Wagyu hat die richtige Reife, buttrig, nussig und zart im Geschmack, der Sushi-Reis hat eine feine Textur und ist richtig temperiert (7,5/10). Das Dessert ist zwar frisch zubereitet, aber keins von der besonderen einfallsreichen Sorte (6/10).

      Das Izakaya überzeugt mit sehr guter Produktqualität zu fürstlichen Preisen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man gute Sushi-Bars in Deutschland an einer Hand abzählen kann. Zum Afternoon Tea im Izakaya habe ich keine Zeit. Sieht aber lecker aus, wie ich diesem Artikel entnehmen konnte… geheimtipphamburg.de/geheimtip…tea-nach-japanischer-art/

      Da freue ich mich schon auf dem nächsten Besuch, dann im Izakaya München.... www.sueddeutsche.de/muenchen/gourmet-award-das-beste-aus-zwei-welten-1.3896523

      Speisen: 7/10
      Service: 7,5/10
      Ambiente: 8,5/10


      Das Wetter Anfang März... sonnig, aber noch gefrostet.

    • Weiter geht's. Auf dem Weg zum Hotel komme ich an der Elbphilharmonie vorbei.




      Der Tag geht stimmungsvoll zu Ende. Am Spätnachmittag mache ich einen Spaziergang entlang der Elbe. Eisschollen treiben auf dem Wasser. Elbberg Campus (Büro/Wohnungen) ist Architektur mit klarer Formensprache. Dockland ist der Eyecatcher, mit der Form eines Parallelogramms, und ragt wie ein Schiffsbug frei in die Elbe. Über eine Holztreppe auf der Ostseite des Gebäudes gelangt man auf die Aussichtsplattform. Ein tolles Fotomotiv für eine Langzeitbelichtung, das Stativ liegt aber zuhause. Ist aber nicht weiter tragisch, denn das treibende Eis wäre sowieso störend. Die Nikon D850 schlägt sich kurz vor Dunkelheit trotz hoher ISOs wacker.










      Direkt gegenüber dem Dockland befindet sich das Fischereihafen Restaurant, eine Hamburger Institution seit 1981. Das Restaurant setzt auf die gut situierte Hamburger Kundschaft. Ich sehe nur Gäste jenseits der 60. Ich probiere ein Stück Nordsee-Steinbutt. Gute Fischküche (6/10).




      Gebucht ist die Juniorsuite im Empire Riverside Hotel. De Bezeichnung Suite ist aber eine kleine Übertreibung. Es ist mit 45 m² nur ein größeres Zimmer, traumhaft dagegen die Aussicht durch die bodentiefen Fenster auf Elbe, Hafen und Hamburg. Noch schöner ist die Aussicht von der 20. Etage in der Skyline Bar 20up. Ob es eine schönere (öffentliche) Aussichtsplattform in HH gibt, wage ich zu bezweifeln. Ich lasse ich den Abend in der Hotelbar 20up mit einem Drink ausklingen, oder waren es zwei...?



    • Es ist bitterkalt an diesem klaren Morgen. Ich fahre mit dem Bus in die Hafen City. Glas und Stahl dominiert das wachsende Stadtviertel. Ein Hingucker ist der Marco-Polo-Tower und das Unilever-Haus. Nach der Fotosession muss ich mich aber erst mal mit einem Kaffee aufwärmen. Danach geht die Fototour durch Hamburg weiter. Die Rolltreppe zur Elbphilharmonie Plaza ist ein Eyecatcher. Wenn man die Rolltreppe ohne Personen fotografieren möchte, dann nur direkt nach Öffnung ab 9.00 Uhr. Exakt 15 Minuten habe ich die Plaza für mich alleine, dann strömen die ersten Besucher herein und ich verlasse das Gebäude schnell wieder (ich komme ja übermorgen nochmal….)

      Elbphilharmonie vor Sonnenaufgang








      Ride to nowhere


      Hanseatic Trade Center


      Close-up Marco Polo Tower




      Unilever-Haus




      Auf meiner Restaurantliste steht heute das Tschebull. Hier, in der Einkaufspassage Levantehaus, soll es das beste Schnitzel in Hamburg geben. Die Einrichtung rustikal und elegant. Witzig die Lampen in Form von Kuhglocken. Zuerst gibt eine kleine Brotauswahl mit Kartoffelquarkcrème. Das Schnitzel wird mit Kartoffelsalat und Salat serviert. Ich bin überrascht, die Panade ist knusprig und das Kalb hat einen feinen Geschmack. Dafür schwimmt der Kartoffelsalat in der Marinade. Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Portion Kaiserschmarrn. Wo dem Koch wohl die Zuckerdose ausgerutscht ist. Trotzdem... man kann nicht viel meckern, gute bodenständige Küche im Tschebull (6,5/10).





    • Jetzt muss ich mich aber mit dem RB sputen, die Nordlichter-Reise steht an....


      Mein Hauptgrund nach Hamburg zu reisen, sind die wunderschönen Treppenhäuser. Einen ganzen Tag habe ich dafür vorgesehen. Auf der Liste stehen unter anderem das Afrikahaus, Brahms Kontor, Chilehaus, Detjenhaus, Esplanadenbau, Meßberghof, Montanhof, Slomanhaus, Sprinkenhof, Stubbenhuk, Versmannhaus und Zürichhaus. Es gibt sicherlich noch einige weitere interessante Häuser, aber mehr ist zu Fuß und Bus nicht zu schaffen, ohne das es in Hetze ausartet. Da es alles Bürogebäude sind, ist es nicht immer einfach ohne weiteres hineinzukommen. Aber ein freundliches Fragen beim Portier hilft meistens zum Ziel. Ich konnte in fast allen Häusern fotografieren – ein Haus war wegen Renovierung geschlossen, in einem anderen war fotografieren untersagt. Ich bevorzuge bis auf wenige Ausnahmen die Treppenhäuser vom Parterre zu fotografieren. Das gibt mir mehr abstrakte Gestaltungsmöglichkeiten mit der Linienführung als wenn ich vom obersten Stockwerk die Kamera nach unten schwenke. Von allen besuchten Häusern sind meine Favoriten das Brahms Kontor, Sprinkenhof und Esplanadenbau. Drei unterschiedliche Stile von dezent bis bunt.
















      Das Hamburg nicht gerade das kulinarische Paradies ist, dürfte unter Kennern bekannt sein. Ich kenne nur wenige (!) gute Restaurants in der Stadt. Ob nun Cornelia Poletto, Haerlin, Jacobs Restaurant, Jellyfish, Theo’s, Piment, The Table Kevin Fehling die besten Restaurants in Hamburg sind, darf jeder Feinschmecker selber entscheiden. Da ich kein Freund von einem Communal Table Restaurant bin, kommt das 3-Sterne-Restaurant The Table nicht in Frage. Ich habe stattdessen das 2-Sterne-Restaurant Haerlin ausgewählt.

      Der Service bekleckert sich nicht mit Ruhm. Erst ist die Online-Reservierung verschlampt, dann wird eine zweite Bestätigung mit dem falschen Datum verschickt. Bei der Menüwahl werde ich dann gefragt, wie ich denn gerne die Taube hätte, obwohl ich vorab angegeben habe, dass ich keine (!) Taube möchte. Drei dicke Schnitzer, die einem Restaurant mit diesem Anspruch nicht passieren darf. Dann gibt es die Menukärtchen teils in deutscher und englischer Sprache. Das gibt am Ende keine gute Bewertung, ach nicht einmal eine mittelmäßige!

      Zur Einstimmung auf „Die große Gaumenparty” gönne ich mir ein Glas Trauben-Secco. Der nichtalkoholische Aperitif ist so gut, dass ich ein zweites Glas nachbestelle bzw. eine Kiste online ordere. Es folgt ein dreigängiges Amuse Bouche: Bunte Krabbentarte (7,5/10), Ostseeaal mit Anisbaiser (8,5/10) und Rindertartar auf „Russische Art“ (8,5/10), danach gibt es noch Zweierlei Brot mit Heubutter & Sauerkrautcrème. Der regionale Bezug ist prima getroffen. So kann es gerne weitergehen. Hier ein paar Bilder von der sechsgängigen Gaumenparty.











      1. Gang: Roh marinierte Jakobsmuschel, Gänseleber & Trüffel mit warmer Trüffelvinaigrette 8,5/10

      2. Gang: Lofoten Kabeljau mit Safran & Meeraromen 9/10

      3. Gang: Blauer Hummer mit Bergamotte & Apfel-Wasabicrème 8,5/10

      4. Gang: Angler Sattelschwein mit Parmesan-Trüffelschaum & Artischockensalat 8,5/10

      5. Gang: Limousin-Lamm mit gratinierter Zwiebeltarte & Dilljus 8/10

      Pre-Dessert: Sesam mit geeister Litschi und Passionsfrucht 8,5/10

      6. Gang: Knuspernougat mit Waldbeercrème, geeister Milchcrème und Haselnuss 8,5/10

      Zum Abschluss eines wunderbaren Menüs gibt es noch Petit Fours „Sweets for My Sweet“ 8,5/10


      Nahezu alle Gänge sind auf sehr hohem Niveau, nur der Service nicht. Leider!!!

      Speisen: 8,5/10
      Service: 0/10
      Ambiente: 8,5/10

      Mit dem Taxi geht es am späten Abend zurück ins Hotel.
    • Die letzten beiden Tage...


      An dem Touristenmagneten Speicherstadt und Kontorhausviertel komme selbst ich nicht vorbei. Dieser historische Komplex ist faszinierend und bietet unzählige Fotogelegenheiten. Ich sehe mir das Kaffeemuseum Burg (lasse aber die Führung aus) an und anschließend die Ausstellung Dialog im Dunklen an.






      Direkt neben dem Spiegel-Gebäude befindet sich der futuristische Deichtor-Center, ein Komplex aus Glas und Stahl.




      Rathaus







      Am Abend besuche ich ein Konzert in der Elbphilharmonie. Gespielt wird unter anderem Strauss und Tchaikovsky. Die Interpretation ist keine Weltklasse-Performance, aber dennoch unterhaltsam. Was mich viel mehr stört, ist der teils scharfe Klang. Obwohl ich eigentlich einen guten Sitzplatz habe, klingt es unnatürlich. Schade, ich hatte mir mehr erhofft. Dagegen ist der Klang in der Philharmonie Paris oder im Wiener Musikverein ja geradezu audiophil.

      Am letzten Tag herrscht trübes, regnerisches Wetter. Verschlafen mache ich auf dem Weg zum Frühstücksbuffet. Ich bin kein Freund von Buffets, aber für den ersten Hunger ganz okay. Die Auswahl ist sehr groß und man muss nicht verhungern. Ich begnüge mich mit Lachs, Spiegelei, Speck und Kaffee (Buffet-Wertung: 6,5/10).

      Auch wenn ich bereits mehrmals in Hamburg war, besuche ich heute zum ersten Mal das Miniatur Wunderland. Es gehört zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Hamburg und ich stelle mich auf das übliche Gedränge ein. Bei regnerischem Wetter auch das Beste was man tun kann. Schon kurz vor Öffnung um 9.00 Uhr warten bereits über ein Dutzend Personen. Nach eineinhalb Stunden ist mir der Besucheransturm zu viel, sodass ich fluchtartig das Gebäude verlasse.













    • Anschließend nehme ich an der Führung im Chocoversum (Hachez Schokolade) teil. Hier wird einem der Produktionsablauf von der Ernte der Kakaofrucht, Fermentierung, Röstung, Conchierung bis zum Endprodukt Schokolade erklärt. Zwei Besucher dürfen sich an einer Kakaofrucht versuchen. Ich melde mich freiwillig und schaue zu, wie die Führerin aus der Bohne Kakaobutter und Bohnen herausschält. Die Bohnen schmecken nicht nach Schokolade, sondern fast geschmacksneutral, am ehesten wie eine Lychee-Frucht mit Konsistenz von Kokos. In der Schokoladenwerkstatt darf dann jeder Besucher seine eigene Kreation herstellen.



      Toppings für die Schokolade



      Da hätte ich gerne das Stativ dabei gehabt bzw. die D5.



      Die wenigen guten Restaurants befinden sich außerhalb vom Stadtzentrum und ohne Auto ist man aufgeschmissen. Natürlich kann man auch die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen, ich habe aber keine Lust unnötige Zeit im Bus zu sitzen. Das nächste Mal nehme ich wieder einen Mietwagen. Bei Nieselregen habe ich keine Lust zu einem Restaurant zu fahren und nehme mit dem Hotelrestaurant Waterkant vorlieb. Ich bestelle eine Suppe, Fisch und Dessert. Die Bouillabaisse besteht aus frisch zubereitenden Fisch, Jakobsmuschel und Krabbe, aufgegossen mit einem Fischfond. Das sieht verlockend aus, aber eine Bouillabaisse muss aus gegartem Fisch und Muscheln bestehen. So ist das eine sehr eigenwillige Interpretation einer Bouillabaisse (5,5/10). Das Lachsfilet sagt mir mehr zu (5,9/10). Das Blaubeer-Crumble mit Vanilleeis sieht nicht nur traurig einfallslos aus, sondern schmeckt auch so. Nur ein Bissen davon, und der Teller geht wieder zurück (4/10). Den letzten Abend lasse ich im 20up ausklingen.




      Zwei Nachzügler...

      Dancing Towers


      The Egg



      Der Tag beginnt wie er gestern aufgehört hat, es herrscht trübes Schmuddelwetter. Mit der U- und S-Bahn fahre ich zum Flughafen. Vor dem Abflug versuche ich eine Portion Sashimi und Sushi. Das Sashimi ist viel zu kühl temperiert. Geschmacksnoten schmeckt man quasi nichts. Ich lasse das nahezu alles liegen (3,5/10). Wäre ich doch lieber ins Mövenpick gegangen…

      Fazit: Hamburg ist eine schöne Stadt und zählt zu meinen Lieblingsstädten. Die einzige Großstadt hierzulande, wo ich es länger als drei Tage aushalte. Die Stadt ist charmant und weltoffen, und nicht so provinziell wie Berlin oder München. Nur das kulinarische Angebot ist verglichen mit anderen deutschen Großstädten, allenfalls 2. Liga. Ein kulinarisches Spiegelbild der Bundesliga, München oben, HSV unten!

      Reisekosten
      Flug: 133 €
      ÖPNV: 37 €
      Logis (4 Ü): 1.078 €
      Food & Drinks: 859 €
      Diverses: 489 €
      ——————————
      Gesamt: 2.596 €

      ENDE
    Das Nordamerikaforum mit Herz und Verstand
    Mbo Forum Discover America 2005-2018
    Dieses Forum hat keinen kommerziellen Hintergrund und ist rein privater Natur.