Highclere Castle aka Downton Abbey, Hampshire

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    • Highclere Castle aka Downton Abbey, Hampshire



      Highclere Castle ist ein Herrenhaus im Stil der Neo-Renaissance des 19. Jahrhunderts im Norden der ehemaligen Grafschaft Hampshire, 6 km südlich von Newbury im Südwesten von London. Bekannt als Drehort der englische Adelserie Downton Abbey. Die Serie zeigt den Untergang der englischen Aristokratie nach dem 1. Weltkrieg und basiert teils auf der Familiengeschichte der heutigen Eigentümer, der Carnarvons aka Herbert.



      Highclere ist nicht täglich geöffnet, die Öffnungszeiten findet man auf der Webseite des Anwesens Public Opening Times)

      Neben den Online Eintrittskarten gibt es an den Öffnungstagen jeweils um 10:00 Uhr und 13:00 Uhr Walkin Tickets für das Haus.

      Mit dem Erwerb des Tickets bekommt man ein Zeitfenster für die Innenbesichtigung des Hauses zugeteilt, Fotografieren ist nur im Garten erlaubt.

      Sowohl im Garten, wie im Haus gilt ein Rauchverbot.
      Es gibt 4 Arten von Tickets:


      • £22 Castle, Austellung und Garten
      • £15 Castle und Garden
      • £15 Ausstellung und Garten
      • £7 Garten
      HHA Members müssen nicht Online bestellen, können immer kommen, müssen aber für die Ausstellung extra bezahlen.
      Mitglieder des HHA können jederzeit kommen.

      Die Zufahrt erfolgt von der A34, nach 3 km erreicht man die Wiese gegenüber vom Haus, die als Parkplatz dient. Die Ausfahrt ist auf der anderen Seite der Estate an der A343, wo für man ca. 20 Minuten benötigt!


      Seit dem 8. Jh. war das Land im Besitz der Bischöfe von Winchester und schon im Domesday Book verzeichnet. Seit 1692 ist Schloss und Land im Besitz der englisch-walisischen Familie Herbert, als es die Ehefrau von Thomas Herbert, 8. Earl of Pembroke von ihrem Vater erbte. Zu der Zeit stand auf dem 400 Hektar großem Grundstück nur ein rechteckiges Herrenhaus. Der zweite Sohn des 8. Earls erbte den Besitz und dessen Neffe und Erbe Henry Herbert wurde dann der 1. Earl of Carnarvon. Der Adelstitel ist benannt nach der walisischen Stadt Caernarfon. Der 5. Earl verpflichtete sich 1907 die Ausgrabungen in Deir el-Bahari in Theben, Ägypten zu bezahlen, wo Howard Carter 1922 das unberührte Grab von Tutenchamun entdeckte. Damit dürfte klar sein, was in der Ausstellung zu sehen sein wird.
      Der 3. Earl lies nach plänen des Architekten Charles Barry das Haus zur heutigen Erscheinungsform umbauen. Wer die ganze Zeit dachte, das kommt mir irgendwie bekannt vor, hat recht, denn Berry plante auch die Houses of Parliament in London. Der heutige Landschaftsgarten wurden zwischen 1774 - 1777 vom Landschaftsarchitekten Capability Brown im Auftrag vom 1. Earl umgestaltet, dafür wurde das bestehende Dorf umgesiedelt. Der Samen für die noch heute im Park wachsenden Libanon Zedern wurde vom Bischof Stephen Pococke von einer Libanon Reise mitgebracht.




      Viele der Zedern stehen noch heute, alle haben nicht überlebt.




      Wie alle Adeligen war auch der 5. Earl besser im Geld ausgeben als im Geld einnehmen. Und obwohl er als einziger Erbe Bretby Hall von seiner Großmutter, Countes of Chesterfield erbte, entschloß er sich 1895 zu einer Geldhochzeit mit der unehelichen Tochter von Alfred de Rothschild, Almina Victoria Maria Alexandra Wombwell. Die Mitgift betrug eine halbe Million Pfund, was nach heutigen Wert ca. 35 Millionen € ist. Das reichte erst mal zum Überleben. Zudem wurde nach Alfreds Tod Almina seine Alleinerbin. Während des 1. Weltkriegs begann er Bretby Hall aufzulösen. Das reiche Wildbestand wurde 1916 abgeschossen, da er zur Ernährung der Bevölkerung benötigt wurde, die Einrichtungsgegenstände wurden 1918 bei Christie's versteigert und 1920 das Anwesen verkauft, vermutlich um die Howard Carter Expedition zu finanzieren.

      Das 3. in England zugelassene Auto gehörte Herbert, zuvor hatte er bereits eins in Frankreich gekauft, da waren sie ehr zu erwerben. 1901 verunglückte er schwer auf der Bäderstraße in Hessen, als er hinter einer Kurve einem Ochsenkarren ausweichen musste. Sein Chauffeur, der vom Beifahrersitz geschleudert wurde, konnte ihn gerade noch retten. Wer die Serie kennt, wird das obige bekannt vorkommen.

      Während des 1. Weltkrieges hatte Highclere 250 Bedienstete, Verwalter, Butler, Diener, Dienstmädchen und Landwirte. Vor de, Umbruch nach dem 1. Weltkrieg bedeutete Dienstmädchen für die weibliche Landbevölkerung eine der wenigen Möglichkeiten des Aufstiegs. Zwischen £16 für eine Wäscherin und £30 für Ladies Kammerzofe war das Jahreseinkommen, die Chefin der Dienerinnen kam auf £63. Zu den ca. 18 Dienerinnen kamen noch die 30-40 Diener, Kutscher und natürlich der Butler mit £115. Wer von den Diener 6 Fuß Körpergröße erreichte bekam dafür £2 extra. Das ganze bei mehr oder weniger Vollzeit, was nicht 8 Stunden Arbeitszeit bedeutet. bevor die Herrschaft aufstand, wurden die Feuerstellen gereinigt und aufgefüllt und nachdem die Herrschaft zu Bett ging, das Licht ausgelöscht.
      Nach dem 1. Weltkrieg änderte sich die Gesellschaft, die Löhne stiegen, neue Berufe mit geringeren Arbeitszeiten waren attraktiver, und zu allem Überfluß stieg zudem die 1889 mit 1% auch auf Immobilien, Ländereien und Kunstschätze eingeführte Erbschaftssteuer, basierend auf den Verkehrswert in immer neuere Höhen. Das zwang den Adel zur Verkleinerung der Dienerschaft, zum Verkauf von Ländereien und wenn das nicht reichte zum Verkauf des oder gesamten Besitzes. Inzwischen sind Kulturgüter wieder davon ausgenommen, da es selbst dem National Trust nicht mehr möglich war alle Herrenhäuser zu übernehmen.
      Während unserer 30 minütigen Wartezeit schlenderten wir in einem Halbbogen einmal um das Haus herum.





      Wir hatten auch noch Zeit zum Jackdaws Castle zu wandern, dessen Korinthischen Säulen vom 1743 am Piccadilly abgerissenen Devonshire House stammen.





      Dann machten wir uns auf zu unserem Besichtigungsslot. Hinter dieser Fassade verbirgt sich die Bibliothek und die große Eingangshalle.



      Durch diese kleine unscheinbare Tür betritt man das Haus und gelangt in die Halle. Innen darf man leider nicht knipsen



      Hinter diesem Fenster liegt das Zimmer von Lady Sybill. :gg:




      90 Minuten benötigen wir für die Besichtigung der Räume, des Tafelsilbers und der ägyptischen Ausstellung. Letzteres ist nicht unbedingt ein Must have, aber vielleicht sind wir auch einfach vom ägyptischen Museum von Kairo verwöhnt. Ist schon toll durch die "Kulisse" der Fernsehserie zu gehen, sieht doch alles so aus wie im Film und auf einmal steht man mittendrin. Einzig die Zimmer der Dienerschaft im Keller und die Küche gibt es nicht, die wurden in den Studios aufgenommen. Auch das Zimmer, welches in der Serie in Flammen stand, wurde in den Studios 1:1 nach gebaut, logisch, versteht sich von selbst.

      Nach der Hausbesichtigung kommt noch der Landschaftspark an die Reihe.











      Gruß
      Ulrich

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