Glastonbury Abbey, Somerset

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    • Glastonbury Abbey, Somerset




      Wetter: 13° ;;ReGeNsMi;;

      Hatten sie also Recht, die Wetterfrösche.

      Es gibt drei Gründe warum Touristen sich hier her verirren, das Glastonbury Musik-Festivals, das britische Woodstock, welches jährlich in Pilton stattfindet, die Glastonbury Abbey und der Glastonbury Tor.
      Dieser Hügel, von drei Seiten vom Fluss Brue umflossen ragt aus der Ebene, der Sommerset Meadows empor. Man fand keltische Siedlungsreste oben auf dem Hügel. Kein Wunder war der Hügel im damaligen Moor doch leicht zu verteidigen. Ynys yr Afalon nannte sie es, somit vielleicht das Avalon der Artussage.

      Nun in dem Regen gehen wir da ganz sicher nicht hoch, zum Festival gehen wir auch nicht, ergo bleibt nur die Abbey übrig. Wir dachten, die Ruine der Abbey liegt idyllisch auf der Wiese, dumm gelaufen, sie liegt mitten in der Stadt. Das bedeutet wieder Parkplatz suchen, aber nach zwei Runden hatten wir auch hier unsere Lücke nahe am Eingang.

      Die Ruine des Klosters gehört weder dem Trust, noch der Heritage, sie gehört zum Bath and Wells Diocesan Trust , die sie 1908 kauften. Also Eintritt löhnen und schwups waren wir drin und damit war die Besucherzahl verdoppelt. Wer wissen will, wie dieses ehemalige Benediktiner Kloster einst aussah, muss Wells besuchen und sich dieses Modell ansehen.









      Seht Ihr diesen Wurmfortsatz, links an der Klosterkirche? Das ist die Liebfrauenkapelle und neben der ehemaligen Klosterküche, das größte Bruchstück was noch steht. Wie man an Hand des Modells sieht, echt winzig und wenn das nun in Natura sieht









      muss dies hier





      mal echt wahnsinnig groß gewesen sein. Was dort so imposant aussieht, ist nicht das Portal, sondern der Rest der ehemaligen Vierung.













      Über die Gründung des Klosters gibt es keine gesicherten Angaben, aber viele Legenden. So soll es bereits durch die Jünger Jesu erfolgt sein, die Heiligen Patrick und David das Kloster besucht haben und die 1191 entdeckten Gräber, die Gräber von Artus und Guinevere, seiner Frau sein.





      Da wo das Schild steht, das soll das Grab sein.
      Andere Versionen sprechen von Josef von Arimathäa Der soll mit Jesus zusammen hier gewesen sein. Dies inspirierte William Blake zu dem Gedicht Jerusalem, das wohl patriotischste Lied aller englischen Lieder And did those feet in ancient time (deutsche Übersetzung) Kennt Ihr nicht? Doch kennt ihr, spätestens seit der Eröffnung der Spiele von London 2012 und der Trauung von William und Kate.



      ab 0:25


      und hier während der olympischen Eröffnungszeremonie



      rechts im Bild der Hügel ist der Glastonbury Tor mit dem Dornbusch




      und in akustisch schön ;;NiCKi;:


      Seit 2003 wird in England dieses Lied bei Kricket-Länderspielen als Nationalhymne gespielt.

      Ich schweife ab. Wo war ich? Ach ja Josef. Josef von Arimathäa soll dann 30 Jahre nach dem Tod von Jesus noch einmal hier gewesen sein, während einer Überflutung der Sommerset Levels. Als er vom Schiff stieg und seinen Stab in den Boden rammte, soll dieser zum Heiligen Dornbusch von Glastonbury ausgetrieben sein. Während des Englischen Bürgerkrieges wurde er jedoch abgehakt. Der Soldat, der dies tat wurde von einem herumfliegenden Splitter in die Auge getroffen und erblindete. Der Ersatzbusch wurde im 20. Jhd. auf dem Wearyall Hill gepflanzt, die Queen bekommt jedes Jahr zu Weihnachten einen Zweig davon.
      1191 fanden dann Mönche der Abbey ein Grab das folgende Inschrift auf einem Kreuz hatte:
      „Hic iacet sepultus inclitus rex Arturius in insula Avalonia“
      „Hier liegt der berühmte König Artus auf der Insel Avalon begraben.“

      Die Gebeine und Überreste landeten 1278 in einer neuen Gruft und gingen während der Reformation verloren. Die Auflösung der Klöster durch Henry VIII besiegelte das Schicksal von Glastonbury Abbey und das Mönchstums in England. Martin Luther schrieb 1521, das mönchische Leben habe keine Basis in der Bibel. Dies setzte nicht nur eine Austrittswelle in Gang, das sorgte auch dafür, dass weltliche Herrscher sich am klösterlichen Kirchengut bereicherten, nicht nur in England.

      1536 gab es über 800 Klöster in England, 1541 waren sie alle verschwunden und das Königshaus war 150.000 Pfund reicher, nach heutigem Wert 64.000.000. Ein Drittel ging für Pensionen der Mönche und Nonnen wieder verloren. Nach dem Sturz Cromwells kam es zum beschleunigten Abverkauf der ehemaligen Klostergüter, üblicherweise zum 20fachen Jahresertrag. Käufer waren in aller Regel örtliche Adelige und reiche Bürger und viele Bauern verloren durch den Besitzwechsel ihre Häuser, Königshaus und Adel gingen gestärkt daraus hervor.

      Luther war in England nicht der Anfang, schon während des 100jährigen Krieges mit Frankreich wurden diejenigen Klöster aufgelöst, deren Mutterhäuser in Frankreich lagen. Dadurch, dass den Mönchen Pensionen gezahlt wurden, verhinderte man zum einen, dass sie sich anderen Klöster wieder anschlossen und zum anderen entstand Druck auf die Klosteroberen der Auflösung zuzustimmen. Als die Auflösung 1539 per Gesetz durch das Parlament legalisiert wurde, waren die meisten Klöster in Wales und England bereits verschwunden.

      100 Klosterkirchen blieben als Pfarrkirchen in Verwendung, 14 wurden zu Kathedralen, der Rest wurde niedergebrannt, die einfachste Methode um an das wertvolle Blei der Dächer heranzukommen, Steine und Schieferdächer gingen an den Meistbietenden. Im Rahmen der Kampagne gegen den Aberglauben wurden viele Reliquien und Heiligenstatuen zerstört und eingeschmolzen. Große Abteien waren zu Ruinen geworden.













      Das einzige Gebäude welches noch erhalten ist, ist die ehemaligen Klosterküche und sie zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Küchen Europas. Schauen wir mal rein.





















      Von den restlichen Bauwerken zeugen nur noch die Grundmauern in den Rasenflächen, nett.









      Und noch einmal die Reste der Vierung, ist ja auch noch als Ruine imposant.


































































      So'n Schietwetter oder?





      Damit waren wir durch, doch dann beschloss dieser Herr, dass ich meinen Kopf doch auch gut unter dem Arm tragen konnte. :EEK:





      Es handelt es dabei um einen der "Guides", in Gestalt eines Anwalts des 16 Jhd.





      Nun draußen war’s wieder am Plätschern, ihm war langweilig, wir hatten Zeit und so quatschten wir über die Geschichte Endlands und spinnerten Leute die hier herkommen. Sehr interessant und so war der Nachmittag rum, schneller als man denkt. Glastonbury soll der Schnittpunkt verschiedener Ley-Linien sein.

      Gruß
      Ulrich

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