Rund um Salton Sea - Ein Retro-Trip in drei Kapiteln.

    • Saguaro schrieb:

      Nach Slab City geht's aber noch weiter und deshalb füge ich der Vollständigkeit halber wieder ein Auszug aus meinem Reisebericht an :

      Ein Stück weiter auf der Dirtroad, biegt man links ab und steht vor dem Schild
      Yep, es geht noch ein Stück weiter bis "East Jesus". Danke für die Ergänzung, Ilona. :!!


      Tinchen schrieb:

      Tolle Doku!

      Ich war Anfang der 90er am Salton Sea. Damals konnte ich der Gegend so gar nichts abgewinnen.

      Heute würde ich es wahrscheinlich mit anderen Augen sehen. Denn wenn ich die Bilder so sehe, dann gefällt mir dieser morbide Charme.
      Morbider Charme trifft es sehr gut.

      WeiZen schrieb:

      Das ist gefühlte Endzeitstimmung, da suche ich lieber ganz schnell das Weite.
      So kann man es auch bezeichnen. Ist nicht jedermans Sache, wie wir ja auch schon in der Einleitung geschrieben haben. Für Fotografen ist die Ecke interessant, da lässt sich ne Menge draus machen (es gäbe noch reichlich Fotos). Deshalb findet man dort viele von ihnen. Auch Filmemacher etc.
    • Teil 3: Nightmares, Wüsten, Obstplantagen




      Salton City kann man wohl als die „normalste“ Siedlung an unserem See bezeichnen. 3700 Einwohner (die Zahl schwankt ständig) leben hier. Es gibt Tankstellen, Supermärkte und Jack in the Box. Da die 86 auf dieser Seite des Sees eine recht stark befahrene und gut ausgebaute Straße ist, lebt das Städtchen auch vom Durchgangsverkehr, vor allem von den Trucks, die in großer Zahl vorbei donnern. Auf dem Marina Drive kann man eine Rundfahrt durch Salton City machen, wenn man sich den Ort näher anschauen möchte.





      Ein Stück weiter könnte man ein paar Dollars verzocken. Das Red Earth Casino kann nicht ganz (oder besser: gar nicht) mit ähnlichen Institutionen in Nevada mithalten, aber man kann tanken, essen und ein bisschen gambeln. Natürlich gehört der Laden den örtlichen Indianern, die auf den schönen Namen Torres Martinez Desert Cahuilla Indians hören.
      Salton Sea Beach und Desert Shores sind die beiden letzten Orte bevor man die Rundfahrt um den See beendet. Salton Sea Beach kann es in Sachen Marodes locker mit Bombay Beach aufnehmen. Auch hier alles voll mit Gerümpel, Schrott, Haus - und Wohnwagenruinen. Sofas im Sand, Sessel im Wasser. Aufräumen scheint ein Fremdwort zu sein, alles bleibt stehen und liegen, verrottet in der heißen Wüstensonne.





























      Ein ähnliches Bild bietet sich in Desert Shores. Wüste, Palmen, mehr oder weniger marode Häuser und Gärten. Verlassene Gebäude dazwischen.











      Es gibt ein Motel. Wollt Ihr mal eine Bewertung aus Trip Advisor lesen? Hier kommt sie:

      „The nightmare of Desert Shores“

      This motel should give you money for staying there, not the other way around. Any price for this place would be a robbery because you need to be compensated for the discomfort. The lower lock of the room could be broken by a child, and the upper one was just covered with scotch tape. On the top of it, the atmosphere of the place is just like for expecting Jack the Ripper. The place is completely isolated, and there is nothing else around but a trailer park and old deserted buildings. The furniture of the rooms and the TV are taken from a dumpster, and the place hasn't been renovated perhaps since it was built. Old dingy rooms with a bad stale smell, a bathroom falling apart and bed covers which do not seem too clean. I was afraid to walk barefooted in the room. We were lucky that we came out of it without a skin rash. Don't believe the pictures on the web site. They have nothing to do with the reality.
      Ach ja, es handelt sich um das Sea & Sun Motel. Falls also jemand direkt am See übernachten möchte ...




      Li‘s Kitchen hat geöffnet. Ein Chinese, den es hierher verschlagen hat. Wann das letzte Bier im Our Place Saloon geflossen sein mag? Am Scott Drive, der parallel zum Highway 86 verläuft, fällt das große Mural auf, das an die Wand des Alamo Market gepinselt ist. Und ein dicker Fußball liegt herum. Hier herrscht tatsächlich ein bisschen Leben.









      Das alte Neon der ehemaligen Sans Souci Bar rostet seit Jahren vor sich hin. Das Gelände ist inzwischen von einem Zaun umgeben. Aber der hat ein Loch, so dass wir nicht durch Maschendraht fotografieren müssen.






      Aus Desert Shores heraus führt die 86 durch eher langweiliges, weil landwirtschaftlich genutztes Terrain. Obst - und Gemüseplantagen inklusive Gewächshäusern bestimmen rechts und links der Straße das Landschaftsbild. Gelegentlich rechts ein paar Wege zum See hinunter. Die Straße ist vierspurig und man kann die Gegend mit 65 mph hinter sich bringen. Trotzdem wird man hin und wieder von schweren Trucks, die mit den landwirtschaftlichen Erzeugnissen der Region beladen sind, keck überholt. Kein gestandener amerikanischer Truckee bremst für langsame Touristen. Nicht hier, nicht anderswo. Irgendwann hören die Felder auf, es wird wieder wüstenmäßiger. Rechts zweigen die 76th und die 78th Avenue im rechten Winkel ab, über die man, so man sich am Ende der Straße noch ein Stück durch die Büsche schlägt, den Strand erreichen kann. Wirklich lohnen tut sich das nicht. Es ist einfach öde hier. Und tote Fische hatten wir ja schon genug. Viel zu sehen gibt es nicht, einzig ein paar Straßenschilder (melden Sie betrunkene Autofahrer) bieten dem Auge etwas Abwechslung auf dieser eintönigen Fahrt. Und ein riesiger Palmenhain. An der Kreuzung mit der 66th Avenue erreichen wir die Outskirts von Mecca. Ein Stück weiter kreuzen wir wieder die 111 und können uns jetzt aussuchen, ob wir die 111 weiter nach Indio nehmen oder auf der 86 bleiben. Beide führen uns zu unserem Ausgangspunkt zurück.




      Wir hoffen, dass Euch die kleine Runde um den Salton Sea trotz aller Merkwürdigkeiten - oder gerade deswegen - gefallen hat.


    • Ellen & Udo schrieb:

      Man fragt sich, was die Leute hier machen. Boot fahren? Eher nicht. Schwimmen? Ganz sicher nicht. Angeln? Um Gottes Willen. Außerdem liegen die toten Fische hier überall herum. Fauliger Fischgeruch liegt in der Luft. Kein Ort, an dem man lange verweilen mag. Auch nicht, obwohl Nancy Sinatra hier dereinst die Hüften geschwungen haben soll.
      Da ich 2012 auf Motivsuche war und Zeit hatte, bin ich auf einige Campgrounds gefahren. Viele Plätze waren belegt, obwohl es wie die Pest nach totem Fisch gestunken hat.
      Verstanden habe ich das damals schon nicht :pipa: Aber wer weiß, vielleicht ist das für viele die einzige Möglichkeit mal raus zu kommen. :nw:

      Ellen & Udo schrieb:

      Bombay Beach - das war damals in den 1950er und 1960er Jahren ein blühendes Resort. Schwimmen, Wasserski, Golf. Ein Yacht Club.
      Über Bombay Beach gibt es einen tollen Film Bombay Beach
      Wenn ich mich recht erinnere, ist der sogar ziemlich preisgekrönt. Nachdem ich diesen Film gesehen hatte, habe ich 2012 total die Lust verloren, diese Armut fotografisch zu dokumentieren. :nw: Bitte nicht als Kritik ansehen. Ich mag die Fotos (nur die toten Fische hätte ich weggelassen ;) ).

      Es freut mich, dass die Einwohner von Slab City immer noch den Salvation Mountain pflegen.
      Wer weiß, wie lange es den sonst noch geben würde :!!

      Ansonsten scheint sich in Slab City einiges getan zu haben :EEK:

      Ellen & Udo schrieb:

      Es gibt in Slab City ein Hostel. Zum Eingewöhnen.
      Ein Hostel gab es 2012 noch nicht :neinnein:

      Niland fand ich 2012 irgendwie gruselig.
      Alles war wie ausgestorben. Alleine war es mir dort nicht wohl. Ich bin daher gleich weitergefahren.

      Huch, da gab es ja noch Teil 3: ;)
      Salton Sea hatte ich mir etwas weniger heruntergekommen vorgestellt. :EEK:
      Da hatte ich 2012 leider keine Zeit mehr, was eigentlich sehr schade war. Es hätte mich mal interessiert, ob sich in der Zwischenzeit viel verändert hat, oder ob es dort
      schon ewig so aussieht. Wer weiß, vielleicht hatte damals ja noch die eine oder andere Bar auf :nw:

      Ich habe ja geplant, irgendwann wieder an den Salton Sea zu kommen, da ich die Umgebung schon spannend fand und da meine ich nicht nur das Elend sondern auch die benachbarten Plantagen.

      Danke für die tolle Doku :wink4:
    • beateM schrieb:

      Über Bombay Beach gibt es einen tollen Film Bombay Beach
      Wenn ich mich recht erinnere, ist der sogar ziemlich preisgekrönt. Nachdem ich diesen Film gesehen hatte, habe ich 2012 total die Lust verloren, diese Armut fotografisch zu dokumentieren. Bitte nicht als Kritik ansehen. Ich mag die Fotos (nur die toten Fische hätte ich weggelassen
      Der Film hat uns veranlasst uns am Salton Sea noch einmal genauer umzuschauen. Also der genau umgekehrte Effekt. :rolleyes: . Die toten Fische ... sie gehören dazu, so ist die Realität und so wollen wir sie auch zeigen.
      Wir hatten den Trailer zum Film in Teil 1 auch schon erwähnt. Man sollte sich das ruhig anschauen. Hier ein SPON Artikel darüber: Klick


      beateM schrieb:

      ch habe ja geplant, irgendwann wieder an den Salton Sea zu kommen, da ich die Umgebung schon spannend fand und da meine ich nicht nur das Elend sondern auch die benachbarten Plantagen.
      Wir würden auch noch mal hinfahren, da wir wohl das ein oder andere ausgelassen haben. Aber so ist das ja oft. Man findet immer etwas, das man vorher noch nicht gesehen hat.
    • Hmmm ... Salton Sea ...
      Irgendwie fanden wir es ja recht spannend, als wir uns ungeplant auf den Weg vom kochend heißen Palm Springs nach San Diego machten.

      Das Auto ist ja klimatisiert, tuckern wir halt über Salton Sea ... gucken uns da ein bißchen um und fahren dann über Anza Borrego nach SD, ist sicher eine schöne Abwechslung ...
      So der Plan.

      Bähhh - hat das gestunken in Salton Sea Beach ... es schüttelt mich noch heute!
      Ganz schnell haben wir uns aufgemacht, über die Berge ans Meer zu kommen und den Geruch abzuschütteln :gg:

      Aber so in der Nachbetrachtung - und vll. bei etwas weniger Hitze zu anderer Jahreszeit - würde ich es mir schon noch mal antun mit dem Abstecher zum Salton Sea ;;NiCKi;:
      Liebe Grüße
      Anne

      ... nach der Reise ist vor der Reise ;)

    • Anne05 schrieb:

      Bähhh - hat das gestunken in Salton Sea Beach ... es schüttelt mich noch heute!
      :D :D

      Anne05 schrieb:

      Aber so in der Nachbetrachtung - und vll. bei etwas weniger Hitze zu anderer Jahreszeit - würde ich es mir schon noch mal antun mit dem Abstecher zum Salton Sea ;;NiCKi;:
      Da kann man mal sehen, dass alles eine Frage der Betrachtungsweise ist ;haha_

      Ellen und Udo: Auch wenn es sich bei der vorgestellten Gegend wohl nicht um eine Traum-Destination handelt, gefällt mir Euer Bericht sehr gut - Danke, dass Ihr den Salton Sea und seine spannenden Orte so anschaulich beschrieben habt ;DaKe;;
      Liebe Grüsse, Moni
    • Anne05 schrieb:

      Aber so in der Nachbetrachtung - und vll. bei etwas weniger Hitze zu anderer Jahreszeit - würde ich es mir schon noch mal antun mit dem Abstecher zum Salton Sea
      Salton Sea ist natürlich heute kein Ziel mehr für Überseetouristen. Ganz klar. Man sieht selten welche, außer am Salvation Mountain und manchmal in Slab City. Trotzdem ist es reizvoll, auch mal die "andere Seite" eines Landes kennen zu lernen. Und das kann man dort recht gut. Und diese andere Seite wollten wir auch mal zeigen.

      wundernase schrieb:

      Auch wenn es sich bei der vorgestellten Gegend wohl nicht um eine Traum-Destination handelt, gefällt mir Euer Bericht sehr gut - Danke, dass Ihr den Salton Sea und seine spannenden Orte so anschaulich beschrieben habt
      Nein, eine Traumdestination ist es sicher nicht. Wir alle hier kennen Amerikas Traumdestinations ganz gut. Es gibt ja viele davon und jeder hat seinen eigenen. Salton Sea würde keinen der vorderen Plätze belegen. Aber trotzdem ... siehe oben. =)
    • Ellen & Udo schrieb:

      Haben wir schon erwähnt, dass auch hier die Eisenbahn, genauer gesagt die BNSF mit ihren endlosen Güterzügen allgegenwärtig ist? Die Schienen verlaufen parallel zur Straße, wie wir es von der Route 66 kennen. Und genau so laut tuten die schweren Dieselloks bei jeder Gelegenheit.


      eine schnelle Korrektur ... das ist eine Strecke der Union Pacific - nicht BNSF ... kann trotzdem mal ein BNSF Zug daher fahren oder eine BNSF Lok mit eingespannt sein ...
    • Ellen & Udo schrieb:

      Wer etwas übrig hat für Marodes und Skurriles, wer keine Angst vor Orten hat, die man durchaus als creepy bezeichnen kann, der wird an einem Ausflug zur Salton Sea in der kalifornischen Wüste sicher Gefallen finden.
      Liebe Ellen und Udo, mein Herz schlägt höher. Ich stehe ja total auf Schrott und Lostplaces und diese Plätze hier finde ich besonders morbide. :HERZ4;

      Falls ich es überlesen habe, sorry, :schaem: aber wie lange sollten wir an Zeit einplanen, um all das Vorgestellte hier zu besuchen?
      Ihc KAn nshcneller tippne als ein KOlibri mti dne Fügeln shaclgenk ann1!I ;;NiCKi;:
    • Mel B schrieb:

      Ist das eher was für den Vormittag oder den Nachmittag oder egal? Falls ich es überlesen habe, sorry
      Die schöneren Bilder machst du natürlich nachmittags. Das Licht ist, wie fast überall, besser. Ansonsten ist es eigentlich egal, wann man da auftaucht, wobei nachmittags dort mehr los ist. Da gibt's dann auch ein paar Menschen, die den Leuten was zur Geschichte von Salvation Mountain erzählen. Slab City ist egal...
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