5. Tag - Do. 23.10.86
Ein großer Regenbogen hat sich beim Aufsteigen des morgendlichen Taus gebildet.
Heute geht es über Kilaguni nach Mzima Springs.
Nach einem feudalen Frühstück fahren wir los.
Es geht kreuz und quer durch den Park und wir stoßen auf eine Löwengruppe.
Das Rudel hat es sich unter einer schattenspendenden Akazie gemütlich gemacht und hält Siesta.
Der Pascha putzt sich nach einem kleinen Schläfchen und macht sich fein. Er macht sich zu einem Rendezvous startklar.
Im Jahr 1898 töteten zwei riesige Löwen, "Ghost" und "Darkness" genannt, rund 135 Eisenbahn-Arbeiter am Tsavo-River in Kenia. Seither werden die Löwen von Tsavo als geheimnisvolle Bestien gefürchtet; nicht nur, daß einige von ihnen außergewöhnlich groß sind, ihnen fehlt auch die majestätische Mähne. Nichts derartiges ist zuvor oder seitdem jemals mehr geschehen. Diese beiden scheinbar unverwundbaren Raubtiere stoppten damals abrupt die Träume Englands von einer East African Railway.
Der Film "DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT" mit Michael Douglas erzählt nach einem Buch, welches US-Präsident Theodore Roosevelt "den aufregendsten Tatsachenroman, der je geschrieben wurde" nannte, von einer in Afrika beispiellosen Jagd nach zwei unglaublich gerissenen Löwen.
Bis zum heutigen Tag ranken sich um die Geschichte von "Geist" und "Dunkelheit" zahlreiche afrikanische Legenden.
Es gibt keine Berichte über einen ähnlichen Vorfall, daß Löwen mit taktisch ausgeklügelter Grausamkeit Menschen töteten und schließlich sogar die beiden Leiter des Bauunternehmens erkannten und belauerten.
Fast 3.000 Mann stark war der Trupp, der das letzte Teilstück der 580 Meilen langen britischen Eisenbahnlinie von Mombasa bis an den Victoriasee mit dem Bau einer Brücke fertigstellen sollte. Und wegen zwei Löwen um entscheidende Monate zurückgeworfen wurde, was das Aus für Großbritannien im Wettrennen um den profitablen Elfenbeinhandel bedeutete.
Es waren die Männer der Massai, die schließlich glaubten, diese Löwen seien mystische Gestalten, die man nicht aufhalten oder umbringen konnte.
Aber sie starben doch!
Wir fahren weiter über rote Feldwege, die allerdings jetzt besser befahrbar sind.
Einige Paviane, die in Horden herumziehen, betteln nach Eßbarem. Sie nehmen alles, was man ihnen zuwirft. Sie können aber auch sehr boshaft sein, und darum sind wir froh, als sie sich wieder verziehen.
An den Mzima Springs, einer Süßwasserquelle, können wir Hippos, Flusspferde beobachten. Sie leben hier sehr gesellig und verbringen die meiste Zeit im Wasser des sogenannten "Long Pool". Leider sieht man meistens nur die Augen und die Nasenlöcher. Sie wiegen etwa 2.500 kg und sind etwa 1,50 m hoch.
An dem steilen Aufstieg zum Chiemupaß haben wir Fahrtprobleme.
Auf der Geröllpiste drehen die Räder immer wieder durch. Nach mehreren Versuchen gibt der Fahrer es auf, alleine durchzukommen und durch gemeinsame Anstrengung lösen wir dieses Problem.
Wir müssen alle mit anpacken und schieben. Und so kommen wir über den Berg.
Wir verlassen den Tsavo durch das Chyulu-Gate und treffen auf ein Massaidorf.
Die Hütten sind aus Geflecht und Lehm errichtet und durch Dornengestrüpp gegen wilde Tiere geschützt.
Bei unserer Ankunft kommen alle aus dem Dorf herausgerannt und betteln um Schillinge.
Gegen ein kleines Entgelt können wir den Gral und die 40 Bewohner "besichtigen".
Die grellrote Kleidung hat ihren Sinn: sie hält die Löwen fern.
Wir kommen jetzt zum 380 qkm großen Amboseli-National-Park.
Er ist einer der tierreichsten Parks in Kenia und stößt mit seinen Ausläufern an der Grenze von Tansania.
Der Strauß ist der Riesenvogel Afrikas. Er wird bis zu 2 1/2 m hoch, kann nicht fliegen, ist aber dafür sehr schnell.
Übrigens hat noch niemand einen Strauß gesehen, der den Kopf in den Sand gesteckt hat.
Ein Haufen Gänsegeier vertilgt die Überreste eines nicht mehr zu erkennenden Tieres. Sie sind eben die Totengräber der Savanne, aber auch eine Art Gesundheitspolizei, denn sie vertilgen Kadaver und Aas und schützen damit die lebenden Tiere vor Infektionen.
Andere Tiere trauen sich jetzt nicht mehr an die Beute, denn sie können ihnen mit ihren starken Schnäbeln empfindliche Wunden zufügen. Auch hier gibt es Rangunterschiede, denn wer zuerst zum Fressen kommt, kann das Filet bekommen.
Der Park wird geprägt vom großartigen Kilimanjaro, den wir nun zum ersten Mal zu Gesicht bekommen.
Der 5.895 m hohe Kilimanjaro stellt ein prächtiges Bild dar.
Als wir die schneebedeckte Kuppe des Berges vor uns sehen, ist das schon ein majestätischer Anblick. Es ist ein imposanter Berg mit einer unbeschreiblichen Faszination.
Wir kommen abends zur "Kilimanjaro-Buffalo-Lodge", ...
...wo uns ein Begrüßungs-Komitee willkommen heißt - Marabus.
Die Lodge liegt direkt am Fusse dieses ostafrikanischen Wahrzeichens inmitten einer schönen Gartenanlage.
Unser Fahrer hat hier einige Kumpels getroffen, mit denen auch wir an der Bar der Lodge einige exotische Drinks probieren.
Ein super Essen und wunderbar aufmerksames und freundliches Personal tun ein übriges.
Mit guter Stimmung gehen wir früh zu Bett.
Alle Bilder in 4.
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