Coyote Gulch

    • Hier kommt ein Auszug aus unserem Tagesbericht aus 2015 .

      "Zunächst geht es im Sand sanft bergab und dann immer den Steinmännchen nach in Richtung Crack in the Wall.

      Als wir uns dem Crack in the Wall nähern, machen wir auch mal ein Foto.



      Dann sind wir am Einstieg, dem Crack in the Wall, angelangt.




      Ein erster Blick auf den Stevens Arch (rechts oben):





      Wir finden den Einstieg durchaus etwas tricky. Zunächst gilt es, in den engen Spalt einzusteigen. Man muss sich zwei sehr hohe Stufen hinuntertasten, wobei die Breite des Spalts nicht gerade hilfreich ist :rolleyes: . Danach geht man seitlich (normales Gehen funktioniert nicht, da bleibt man stecken) durch den ersten Teil des Cracks. Als nächstes ist Liegestütze machen angesagt, denn man muss aus der Vertikalen fast in die Horizontale wechseln, um das nächste Stück zu überwinden. Danach geht es wieder durch einen schmalen Spalt weiter, bis am Ende noch mal eine Stufe zu überwinden ist. Insgesamt für unsere Begriffe kein Pillepalle :neinnein: .
      Der Felsspalt wird ja in diversen Wanderungen beschrieben, aber so eine richtige Vorstellung davon konnten wir uns im Vorfeld nicht machen. Wenn es um diese Wanderung geht, dann berichten immer alle von dem „Höllenausstieg“ beim Jacob Hamblin Arch. Davon, dass der Einstieg beim Crack in the Wall es durchaus auch etwas in sich hat, berichtet keiner. Deshalb auch hier mal ein kurzes Video vom ersten Teil des Einstiegs, das zumindest ein wenig zeigt, was das Crack in the Wall ist.

      Video



      So sieht das das aus, wenn man sich durchgequetscht hat:





      Wenn man Crack in the wall hinter sich gelassen hat, geht es erst mal eine lange Sandpassage talabwärts und man bekommt einen ersten Eindruck von der Schönheit des Canyons.

      Kurz bevor wir den Canyonboden erreichen, machen wir einen Abstecher nach rechts, von wo aus man einen schönen Blick auf den Stevens Arch hat. Was ist schon ein extra Kilometer, wenn man den sechtgrößten Arch der USA aus der Nähe sehen kann?







      Am Canyonboden stehen zwei Zelte, aber es ist niemand zu sehen. Wir starten unsere Wanderung den Gulch hinauf. Es geht immer am Fluss entlang, den es häufig zu queren gilt. Nachdem die ersten Querungen noch gut gehen, werden irgendwann doch die Füße ein wenig nass :wut1: . Wenn Markus auf den Hacken geht, reicht von seinen großen Füßen relativ viel aus dem Wasser, so dass seine Füße trockener bleiben als meine ;haha_ .









      Der Weg durch den Canyon ist irgendwie völlig ungewohnt für USA-Südwesten. Alles ist wunderschön grün und es gibt jede Menge Bäume. Die Wanderung ist herrlich abwechslungsreich :SCHAU: . Wir merken, dass hier unten nur sehr wenige Menschen unterwegs sind. Teilweise müssen wir uns ganz schön durchs Dickicht schlagen.



      Es gibt einige kleine Kletterpassagen. Viel Wasser gibt es hier unten.







      An einer Stelle denken wir schon, dass es nicht weitergeht :EEK: . Wir versuchen eine kleine Wand hochzuklettern und beschließen, dass wir dort nicht hochkommen :neinnein: . Wir werden schon etwas nervös, weil wir einfach keine Ecke finden, an der es weitergehen könnte :( . Dann gehen wir systematisch alle Ecken durch und stellen fest, dass es eine Stelle gibt, an der es sich völlig problemlos einen Absatz hochklettern lässt :!! .

      Wir passieren den Cliff Arch, wo wir drei andere Wanderer überholen. Übrigens die einzigen Menschen, die wir im Gulch zu Gesicht bekommen.



      Immer weiter stapfen wir den sandigen Canyonboden entlang (Markus lästert ein wenig, dass ich von einer sooo langen Strandwanderung nichts gesagt hätte
      :gg: ). Irgendwann passieren wir die tolle Coyote Natural Bridge.











      Als wir den Jacob Hamblin Arch schließlich erreichen, spüren wir eine gewisse Nervosität bezüglich des Ausstiegs :schaem: .



      Wir machen eine gemütliche Pause im Schatten, denn es ist brütend heiß heute. Irgendwann ist es dann so weit, dass es kein zurück mehr gibt. Wir suchen die Einstiegsstelle in der Nähe der Pit-Toilet. Dank diverser Infos aus dem Netz und der persönlichen Berichte vom Forentreffen in Fulda (DANKE ;ws108; ) finden wir den Einstieg auf Anhieb. Der Blick die Wand hinauf ist verdammt respekteinflößend :EEK: .
      Hier haben wir noch Faxen im Kopf:





      Da wir im Vorfeld zum Ausstieg am Jacob Hamblin Arch nur wenig hilfreiche Bilder bzw. Videos (manche Videos waren extrem reißerisch und dramatisch aufgemacht) gefunden haben, haben wir versucht, den Ausstieg möglichst "neutral" abzulichten. Der Einstieg sieht so aus.





      Das ist zumindest für unsere Begriffe noch wirklich harmlos, denn die Fallhöhe ist nicht riesig und es gibt unzählige Stellen, an denen man mit den Händen und Füßen Halt bekommt :!! .

      Dann geht es immer höher und der Blick nach unten zurück wird immer heftiger :EEK: . Auch an dieser Stelle hätte ich Euch gerne Fotos und Videos gezeigt, die ein wenig Aufschluss darüber geben, wie einfach oder auch schwer der Ausstieg ist, damit sich jeder selbst ein Bild davon machen kann, wie es für ihn aussieht. Leider kam nach dem ersten Teilstück des Aufstiegs der Moment, in dem wir keinerlei Nerv für Fotos oder Videos mehr hatten :neinnein: . Wir waren einfach viel zu sehr mit uns und einem sicheren Aufstieg beschäftigt. Deshalb kommt hier ein Video, das wir gemacht haben, als das heftigste Stück schon geschafft war und ich wieder Nerv hatte, zu filmen. Natürlich ist wie immer nicht zu sehen, wie steil es tatsächlich ist bzw. vor allen Dingen, wie tief man fällt, wenn man ausrutscht. Aber an der Art, wie Markus sich langsam den Berg hochtastet, kann man erahnen, dass es kein Sonntagsspaziergang ist. Problem war auch, dass es extrem rutschig war, weil überall Sand auf dem Fels war. Die Kletterei für sich war m. E. gar nicht so extrem, aber der Begleitgedanke, dass ein Abrutschen oder ein Fehltritt bedeutet, dass es ungebremst seeeeehr weit abwärts geht, macht einem doch zu schaffen. Im Nachhinein müssen wir ganz klar sagen, dass während dieser heiklen Passage die Anspannung den Spaß verdrängt hatte.

      Video



      Nachdem wir das schlimmste Stück geschafft haben, machen wir mal ein Bild hinunter. Es muss wohl nicht erwähnt sein, dass es auf dem Bild nicht so respekteinflößend aussieht, wie es (für uns) war.









      Von hier aus gesehen denke ich, dass es vielleicht sinnvoller gewesen wäre, sich erstmal in Ruhe im unteren Bereich umzusehen und eine Route herauszufinden, bei der man vielleicht bessere Tritte für die Füße und bessere Griffe für die Hände hat. Wir hatten einfach eine gewisse Nervosität und haben die erstbeste Möglichkeit für den Aufstieg genutzt. Naja, ist ja gut gegangen.

      Der Blick nach oben auf den leicht zu erklimmenden Rest der Strecke:





      Die Landschaft ist ein Traum :HERZ4; .





      Endlich oben angekommen, beginnt dann der eher ätzende Teil der Wanderung, denn wir müssen ja zurück zum Auto. Das zieht sich gehörig. Zuerst geht es über eine wunderschöne riesige Slickrockebene. Dann wird es sandig und wir müssen noch mal zwei Kilometer (gefühlt das Dreifache :wut1: ) durch Sand und Gestrüpp stapfen. Um 16:55 Uhr sind wir ganz schön platt wieder am Auto."


      Coyote Gulch
      Länge: ca. 23,9 km
      Dauer: ca. 9:15h
      Höhe: ca. 550 hm

      Herzliche Grüße
      Michelle
    • Respekt, dass ihr das geschafft habt, vor allem diesen Aufstieg. :EEK: Der Einstieg wirkt dagegen ja vergleichsweise harmlos, auch wenn er das sicher nicht war. Und auch wenn Du schreibst, dass ihr das heftigste Teilstück des Aufstiegs gar nicht fotografiert bzw. gefilmt habt, das was Du hier zeigst ist schon mehr als repekteinflößend! Ich werde diese Wanderung wohl eher nicht auf die to-do-list setzen.
      Liebe Grüße
      Manu
    • manu schrieb:

      Der Einstieg wirkt dagegen ja vergleichsweise harmlos, auch wenn er das sicher nicht war.
      Doch, der Einstieg ist wirklich harmlos und auch völlig ungefährlich. man muss halt ein wenig schauen, wie man da runter geht.

      manu schrieb:

      Und auch wenn Du schreibst, dass ihr das heftigste Teilstück des Aufstiegs gar nicht fotografiert bzw. gefilmt habt, das was Du hier zeigst ist schon mehr als repekteinflößend!
      Respekteinflößend ist das passende Wort.

      manu schrieb:

      Ich werde diese Wanderung wohl eher nicht auf die to-do-list setzen.
      Das weiß ich halt gar nicht. Ich glaube, dass andere das vielleicht als gar nicht so schlimm empfinden. Thomas W hat im RB geschrieben, dass er sogar ohne Seil hinunter gegangen ist. Das würde ich mir halt nicht zutrauen.
      Herzliche Grüße
      Michelle
    • Eine kleine Ergänzung


      Ein paar Tage nach Euch habe ich über die Sneaker Route dem Canyon einen Besuch abgestattet, nachdem ich vor ein paar Jahren am Crack nicht wusste wie ich runter soll, geschweige denn, wie ich wieder hoch kommen soll.

      Neuer Versuch am 25.05.2016:
      Um etwa 06.00 Uhr verließ ich den Campground im Escalante Petrified Wood State Park.Die Hole in the Rock Road war in einem sehr guten Zustand. Gut,
      der Abstieg in den Canyon ist wohl nicht jedermanns Sache. Aber mit griffigen Schuhen und etwas Erfahrung mit dem Sandstein, meines Erachtens kein Problem. Manchmal
      rutscht man etwas bis zum nächsten Halt für die Schuhe oder Hände.


      Drei Stunden
      später, ab dem Campground, stand ich
      unten im Canyon, kaum zu glauben aber wahr.
      Kein Sanddüne, kein Crack in the Wall



      Der Rückweg, der Ausstieg aus dem Canyon, war etwas
      kritischer. Vielleicht habe ich auch nicht die optimale Route gewählt. Ich
      robbte zum Teil etwas den Fels hoch bis zum nächsten Fixpunkt.

      Ich würde diesen Weg sofort wieder wählen
      Bilder
      • P1010682.jpg

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    • Hallo Zusammen,
      ich habe gelesen das im Crack in the wall ein Stück Fels abgebrochen ist, den man nun oben hinweg überwinden muss. Hat einer Erfahrung? Ist das gut machbar?
      Ich bin in 2 Wochen dort und habe Freunde dabei, die ich am Ausstieg Jakob Hamblin mit dem Seil unterstützen muss. Mir stellt sich die Frage, ob sie den Einstieg über den abgebrochenen Fels schaffen.
      Danke für Erfahrungsberichte und Tipps
    • Hallo moquiqueen,
      wenn du wieder zurück bist, kannst du bitte berichten wie der Abstieg über den Crack funktioniert hat. Über den Felssturz habe ich auch gelesen, aber bisher auch keine weiteren Infos gefunden. Wir ( mein Mann und unser 12 jähriger Sohn ) wollen Anfang September eine Nacht im Canyon verbringen und haben uns auch schon Gedanken über den Abstieg gemacht.
      Vielen Dank für die Infos
    Das Nordamerikaforum mit Herz und Verstand
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