Hoodoo You Two

    • Mir hat der Canyon de Chelly gut gefallen, vor allem die Tour im Canyon. Aber bei der Planung bei früheren Touren ist mir aufgefallen, dass er immer etwas abseits lag und nicht so richtig in die Tour passte.

      Schön, dass Du uns zwei neue Arches vorgestellt hast, die sehen klasse aus. :clab:

      Auch mir hat die 13 gefallen und ich würde die jederzeit wieder fahren. :!!
    • Bis der Koffer da war, hab ich bei National den Schriftkram erledigt und bekam einen grauen Jeep Grand Cherokee zugewiesen, ohne 4WD.


      Hallo Volker,

      wo hast du denn deinen Mietwagen gebucht?? Direkt bei Nationalcar.com ???

      Gruß Heiko :wink4:
    • So, nun habe ich alles nachgelesen. Sehr interessant mit vielen schönen Fotos. am besten gefällt mir das letzte Foto Deines letzten Berichtes. Auch ohne knallige Farben kann ein Bild sehr schön wirken. Los Alamos würde mich sehr interessieren. Die ganze Geschichte um das Manhattan Projekt mit Oppenheimer, Teller, Szilárd und und und, und die Rolle von Einstein sind ein Steckpferd von mir. Es gibt darüber gute Dokumentarspielfime, unter anderem auch einen tollen Film von der Defa über Einsteins Zeit in Berlin und Princeton.

      Es macht wirklich Spaß, die Berichte zu lesen. Für die nächsten, gerade über Page und CBS werde ich wohl kaum noch richtig Zeit finden :traen:
      Bye Dieter

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    • Original von Slow Motion
      wo hast du denn deinen Mietwagen gebucht?? Direkt bei Nationalcar.com ???


      Nein - hier


      Original von jolly
      Interessanter Tag mit zwei Arch von denen ich noch nicht gehört habe.


      Die hat Gerd mir verraten, ich brauchte nur seinen Angaben folgen....



      Da Christian mittlerweile nachgekommen ist kommt hier der nächste Tag...

      26.5.2008

      Das Thermometer zeigt 42° an, ins Deutsche übersetzt ungefähr 5°. Ich habe zwar eine lange Hose mit, die ist aber nicht geländetauglich. Immerhin ist ein Fleece-Pullover im Koffer, der eigentlich nur für bzw. gegen die Eiseskälte in der Delta-Maschine helfen sollte. Ich war auf eine Hitzewelle im Südwesten eingestellt. Egal, muss ich mich eben warm laufen....


      Heute geht’s das erste Mal richtig ins Gelände, diverse Badlands rufen in den nächsten Tagen. Auf dem Weg habe ich mich ein kleines bißchen verfahren und bin statt in Bloomfield in Aztec gelandet. Sowas passiert, wenn man schon in Farmington den verkehrten Highway nimmt. Aber egal, so kam ich immerhin in den Genuss der Aztec Ruins, einer Gedenkstätte, in der mehrere gut erhaltene Ruinen früher Pueblos zu besichtigen sind.




      Die Rangerin erzählte mir Folgendes:
      Entgegen der Namensgebung wurden die Pueblos nicht von den Azteken erbaut, sondern irrtümlich nach ihnen benannt. Frühe Siedler glaubten, dass sie - in Erinnerung an Geschichten über die Eroberung Mexikos - von ihnen erbaut wurden.



      Die Häuser waren teilweise 30 Meter lang und hatten einen durchgehenden Flur mit der Größe der Einwohner angepassten Türen. Diese Einwohner hatten nicht meine Größe.....




      Etwa um 1111 - eine sehr genaue Zeitansage - wurde die erste Siedlung an dieser Stelle errichtet, die heute die West-Ruine bildet. In ihrer Bauweise ähnelt sie denen im Chaco Canyon. Sie hatte drei Stockwerke, umfasste über 400 Räume und mehrere Kivas, darunter auch die Große Kiva.



      Um 1300 verließen die Menschen Aztec. Die genauen Gründe dafür sind nicht bekannt, mögliche Ursachen könnten aber eine weitere Dürre oder auch einfach Rohstoffmangel gewesen sein.
      Soll uns aber auch egal sein. Was mich viel mehr interessierte: Wo kann man hier frühstücken, ich hatte bisher im Dorf nichts gesehen. Die Rangerin erklärte mir den Weg zum angeblich einzigen Laden, der in Aztec geöffnet hätte. In Bloomfield gäbe es gar keine Möglichkeit der Nahrungsaufnahme.

      So landete ich dann in einem dieser Diner, in den ein Fremder nur selten hereinschaut und ich gleich als First-Timer erkannt wurde.
      Wo ich denn her käme und hin wolle. Ich erklärte es, das Wort Badlands schien aber im aztekischen Sprachschatz nicht vorzukommen, niemand wusste, wo dieses Land wohl liegen könnte.
      Der Horizont ist manchmal eben recht begrenzt....
      Bei der Weiterfahrt stellte sich heraus, daß Bloomfield fast nur aus Motels und Restaurants bestand......








      Bisti - ein wunderbares Wort, wäre ein schöner Name für ein Waschmittel oder einen Schokoriegel. De-Na-Zin, geht noch so gerade, kann man aussprechen. Aber Ah-shi-sle-pah? Das geht ja gar nicht, da ist ja der hawaiianische Humuhumunukunukuapua’a noch einfach gegen. Ich hab mich deshalb für den Namen Ah-shi-leh-ki entschieden. Sieht genauso schwierig aus, aber wenn du es laut aussprichst wird es gleich sehr viel einfacher.

      Entdeckt 1879 von Archie Sleeper, einem Ingenieur aus Denver, der im Urlaub gerne Land und Leute erforschte. Er benannte das Gebiet nach sich, später wurde es nach einem weiteren Forscher, Hans Meyer aus Papenburg, Meyers Creek getauft, im Laufe der Jahre wurde der erste Name indianisiert und ist bis heute geblieben.



      Wie kommt man hin? Ganz einfach. Von Farmington, wo man meistens wohnt, fährt man nach Bloomfield, von dort auf der 550 nach Süden, Richtung Albuquerque. Nach ca. 30 Meilen geht an der Blanco Trading Post eine Straße nach rechts/westlich ab - die 57, zu erkennen am “No Access to Chaco” Schild. In vielen Karten ist diese Straße als Verbindung zum Chaco Canyon noch eingezeichnet, aber bereits seit Januar 1996 geschlossen. Zum Glück erst ein paar Meilen nach dem Ziel des heutigen Tages.



      Die erste Meile ist zwar asphaltiert, aber mit sehr vielen, teilweise tiefen Schlaglöchern übersäht. Spätestens nachdem die Dirtroad beginnt, ist es aber gut zu fahren. Und im Laufe der Zeit gewöhnt man sich daran, wenn die Pisten gebuckelt sind.
      Es geht immer auf der breiten “Hauptstraße” - 57, später in 7800 übergehend - in Kurven geradeaus, bis nach ca. 18 Meilen dieses Haus zu sehen ist.



      GPS ist meiner Meinung nach unnötig. Die Karte, die ich mir ausgedruckt hatte, war eher irritierend. Eine halbe Meile weiter geht rechts ein Sandweg ab, über den man direkt an das Hoodoogebiet kommt.



      Praktisch, so gut wie kein unnötiger Fußweg, wie es z.B. an den Bistis ist.
      Wie lange fährt man? So lange, wie “At the Graves” von King Diamond und “Atom Heart Mother” von Pink Floyd laufen - 32 Minuten - die Songs waren im iPod an der Reihe und beim Schlussakkord von AHM war ich am Trailhead.
      An selbigem stand bereits ein Wagen, ein nagelneuer Toyota Highlander mit Nevada Nummernschild. Ich kombinierte messerscharf: Deutsche Condoristen, eindeutig.


      Aber es gibt jetzt Wichtigeres: Wo sind die Hoodoos? Gleich nebenan, wie schön. Ich hatte ein an die Bistis erinnerndes Deja Voodoo. Aber anders als dort ist nicht alles grau in grau, sondern mit gelben, braunen und orangeaten Zwischentönen. Wunderschön und farbenprächtig.
      Allerdings ohne “Gesichter” - bis auf wenige Ausnahmen.



      Noch besser: Man muss nicht literweise Wasser mitschleppen, sondern kann es bei einer Flasche belassen, weil man bei Bedarf kurz wieder zum Auto gehen kann.



      Das Gebiet ist nicht sehr groß, eher kleinwüchsig, ich schätze es auf die Größe von höchstens 10 Fußballfeldern, kann also problemlos im Laufe eines Tages erforscht werden. Man sollte allerdings keins der vielen kleinen Seitentäler auslassen, es gibt überall etwas zu sehen.

      Diese Formation habe ich Crack Axe genannt.....




      Viele weitere Bilder sind hier zu sehen.

      Meine Meinung: Eine wunderbare Ansammlung von Hoodoos, die in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes zu finden sind. Muß man sich angesehen haben......

      Nach einer Stunde intensiven Hodoonismusses kamen mir zwei Menschen entgegen. Ich dachte an das Auto am Trailhead und redete beide auf Deutsch an.
      Hallo, wie geht’s?
      Antwort: Hallo Volker - wir wussten dass du hier irgendwo zu finden sein wirst. Ich war also gleich als Ich erkannt worden.
      Man kannte sich zwar nicht persönlich, aber aus USA-Foren.
      It’s manchmal a small World.
      Wir unterhielten uns über dies, das und was man so alles macht bzw. nicht macht wenn man ein Auto übernimmt.





      Nach insgesamt 6 Stunden fuhren wir gemeinsam zurück. Auf dem letzten asphaltierten Teil der Strecke übersah ich ein tiefes Loch und merkte gleich, daß irgendetwas am Auto nicht in Ordnung war. Nach wenigen Metern war ein normales Fahren nicht mehr möglich, den linken Hinterreifen hatte es erwischt. Plattfuß in Amerika - der erste nach 22 Jahren. Was tun? Etwas ganz Ungewöhnliches. Nämlich nachsehen, ob ich überhaupt einen Reservereifen habe, was ich aus Aberglauben vor Antritt der Reise nie mache, und eine Bedienungsanleitung suchen, in der steht, wie man den Reifen wechselt.



      Hat alles gut geklappt, mit tatkräftiger Mithilfe von Jürgen waren wir nach 30 Minuten fertig und machten uns auf den Weg zurück nach Farmington - mit einem kurzen Schlenker zum Angel Peak, auf der nächsten Seite.
      Was ich aus diesem Zwischenfall gelernt habe: Immer wenn die Rede - mit wem auch immer - auf Autoübernahme und was dabei zu beachten ist oder Reifen zu sprechen kam, habe ich das Thema gewechselt, ich will meinen Aberglauben pflegen......

      Auf dem Weg zurück nach Farmington machten wir einen kurzen Stop an der Angel Peak Scenic Area. Dieser Aussichtspunkt ist neuerdings mit einem Schild versehen, die Einfahrt gegenüber von ca. 6 neben der US 550 stehenden riesigen Werbetafeln. Das alles ist ca. 20 Meilen südlich von Bloomfield zu finden.
      Vorsicht vor Trucks, unterwegs ist eine Müllhalde....

      Nach ca. 1 Meile Schotterpiste kommst du an einen Picknickplatz, von dem aus du eine wunderbare Aussicht auf den Angel Peak und das umliegend Tal hast, das sich im Laufe der letzten 60 Millionen Jahre entwickelt hat.
      Wenn sich mal wieder jemand über Fußspuren in Badlands aufregt denk einfach daran, dass sich die Erde immer wieder neu erfindet, auch wenn es die Menschheit in ein paar Jahren nicht mehr gibt.



      Da wir müde und hungrig waren sind wir den Weg nicht weiter gefahren, der das Tal umrundet, und haben uns auch nicht darum gekümmert, wie man nach unten kommt.


      Den Abend wollte ich mit Annette (Filou) und Jürgen mit einem Essen im El Paso Grill & Bar-B-Que beenden.

      Nicht vorenthalten möchte ich dir, dem Leser, die Unterhaltung mit der Bestelldame im El Paso.
      One Pitcher Budweiser - please
      We don’t have Pitcher
      3 Glasses Budweiser - please
      We don’t have Budweiser
      Any other draught Beer?
      We don’t have Beer on Tap.
      3 Bottles of any Beer?
      We don’t have a License for selling Alcohol.
      Ach - das hättest du ja auch gleich sagen können, oder?
      Wir bestellten 3 Coke und bekamen 2 Pepsi und eine Limonade......

      Das Bier gab's dann in der Riverwalk Bar des Best Western - für 2 $ das Glas. So billig sah der Laden gar nicht aus - und eine Band spielte auch dazu, rockig - nicht countryig.
      Um 10 Uhr waren wir dann entdürstet, müde und reif für eine Dusche.
      Bis irgendwann mal irgendwo.....


      Farbe des Duschwassers - spät am Abend: schwarz.

      Gefahrene Meilen: 144 - Motorlaufzeit: 3:34 Std.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Lal@ ()

    • Original von Westernlady

      Also die Bier-Bestellung ist ja der Hammer... :EEK:



      Erinnert mich fast ein wenig an unsere obskure Bierbestellung im Red Rocks Restaurant in Hanksville. ;) Nur gab es dann am Ende doch noch was biermaessiges, aber beim Lesen des Berichtes hatte ich halt so ein klein wenig ein Deja Vu. :MG: :gg: :MG:


      KLasse Bericht, vor allem von Ecken, die ich noch nicht kenne und auf der Wunschliste stehen. besonders Ah-Shi-Sle-Pah schaut einfach klasse aus. :!!


      Greetz,

      Yvonne

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